Zum 1.September

Am 1. September war Antikriegstag.

Der 2. Weltkrieg begann 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen – dieser Tag markierte den Beginn einer Epoche in der Weltgeschichte, die sich durch nie zuvor gekannte Barbarei auszeichnete.

Deutschland, das damals in Anlehnung an die Kaiserzeit den Namen „Drittes Reich“ trug, tat sich in diesen dunklen Jahren besonders hervor.
Aufgehetzt von einem Führer und seinem Gefolge zum „Totalen Krieg“ nach außen und zur grenzenlosen Aggression gegen jede Existenz und jeden Gedanken, der nicht in die faschistische „Volksgemeinschaft“passte, nach innen, verpassten sich die Deutschen ein Image, das sie bis heute noch haben.

Wenn heute in vielen Ländern weltweit Menschen nach der Eintragung in ihrem Pass gefragt werden und dort zufällig Deutsch z.b. German steht, schallt ihnen oft ein „Heil Hitler!“ oder Schlimmeres entgegen.
Dies ist für die meisten eine grobe Beleidigung – und das zurecht – die wenigsten wollen mit den Taten und dem Wahnsinn vergangener Zeiten gleichgestellt werden und erst recht nicht mit solchen Worten begrüßt werden.

Wir selbst waren nicht dabei, waren nicht Täter und nicht Zeugen, die tatenlos zusahen.
Doch woher kommt dieses Image?

Hitler hat den Krieg nicht allein geführt, Millionen waren an der Front, ob erzwungen oder freiwillig, fanatischer Hass trieb die Eliteeinheiten und große Teile der Wehrmacht voran.

Die „Hitlerjugend“ und der „Bund deutscher Mädel“ stellte für die Masse unserer Großeltern die Jugend dar. Ob erzwungen oder freiwillig – es war die breite Mehrheit, die entweder das alles logischerweise schön fanden, weil sie den Wahnsinn aufgrund der massiven Gehirnwäsche nicht begriffen, oder sogar den Wahnsinn selbst mit betrieben.

Mord war im dritten Reich an der Tagesordnung – jedes Leben, das als rassisch, politisch, sexuell oder eben im Sinne der sogenannten“Volksgemeinschaft“ als „lebensunwert“ galt, wurde vernichtet. Millionen Menschen in ganz Europa traf dieses Schicksal.
Juden, Sinti und Roma, sogenannte „Asoziale“, Schwule, Obdachlose, körperlich und geistig Behinderte, politische Aktivisten die Widerstand leisteten oder nur leisten hätten können, missliebige Künstler und viele viele Andere, die nicht in die kranke Vorstellung dieser „Volksgemeinschaft“ passten, gerieten ins Visier der Mörder.

Dieser massenhafte Mord konnte nicht ohne massenhafte Beteiligung der Deutschen stattfinden.
Propaganda – Gehirnwäsche und eben die Versuchung, Macht über das Leben und den Körper Anderer zu haben, trieb die Mehrheit der Einwohner, dazu „Fremdkörper“ oder „Volksschädlinge“ zu denunzieren, zu jagen oder eben selbst zu ermorden.

Ein sichtbarer Widerstand, der über eine Nichtbeteiligung und grenzenlose Abneigung gegenüber dem Geschehen hinausging, fand selten statt aber war doch da. Dieser wurde und wird aber im Ausland kaum zur Kenntnis genommen.
Daher das Image.
Der Lohn für den Wahn? Zerbombte Städte, verlorene Leben und das Trauma – das alles mitgemacht, mitgedacht oder kommen gesehen zu haben.
So viel zur Geschichte.
Welche Bedeutung haben die dunklen Jahre von 1939 – 1945 am ersten September 2012 und darüber hinaus für uns?

Sie sollen uns eine Lehre sein!

Nie wieder wollen wir uns belügen und gegeneinander aufhetzen lassen!
Nie wieder soll ein Mensch die Waffe gegen einen anderen erheben!
Nie wieder darf ein Angriffskrieg geführt werden!
Nie wieder werden wir uns einer „Volksgemeinschaft“ unterwerfen.
Nie wieder darf Krieg von deutschem Boden ausgehen.
Nie wieder soll die Armee eines Landes in ein anderes einfallen!
Nie wieder darf eine Regierung sich anmaßen, die Lösung für den Zustand eines anderen Landes zu haben und diese „Lösung“ auch militärisch durchzusetzen.

Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!

Doch die Realität sieht leider wie folgt aus:
Die deutsche Armee, die „Bundeswehr“, ist derzeit in 11 Auslandseinsätzen aktiv
- egal, was genau sie da treiben, diese Soldaten der Bundeswehr haben nichts außerhalb dieser Grenzen verloren.
Die Deutsche Industrie exportiert Waffen in alle Welt und profitiert damit vom menschlichen Leid.

Mit über 9.000 Werbeveranstaltungen im Jahr wirbt die Bundeswehr an Schulen, Ämtern und Universitäten für den Dienst in ihren Reihen.

Inzwischen wird wieder ganz offen darüber gesprochen, dass die deutsche „Freiheit am Hindukusch“ verteidigt werden müsse und darüber hinaus Absatzmärkte und Handelswege für die Deutsche Industrie gesichert werden müssten. Uns erinnert das an ganz dunkle Zeiten und wir sagen dazu ganz klar – Kein Krieg für Kapitalinteressen!

Deutschland ist natürlich kein Einzelfall:
Weltweit fallen die führenden Industrienationen dort ein, wo es was zu holen gibt
(Öl und andere Rohstoffe) oder ihre Macht in Gefahr ist.
Wenn sie ihre eigenen Armeen nicht schicken können (dürfen) liefern sie Waffen oder Berater oder ähnliche Hilfe um wenigstens noch ein kleines Stück vom Profitkuchen abzubekommen.
Die Massenmedien werden noch (Internet!) von jenen Konzernen oder Einzelpersonen kontrolliert, die Geld in Massen haben – weil z.B. ein Fernsehsender, der international zu empfangen ist, eine Stange Geld kostet. Es dürfte leider auf der Hand liegen, dass diese in Versuchung geraten, einen Konflikt bis zum Krieg zu schüren, weil das Auflage oder Einschaltquoten bringt und weil dann auch der Kumpel vom Rüstungskonzern zufrieden ist.
Wir sagen dazu:
Trau nicht dem TV- Never trust your TV
Die Industrienationen diktieren in ihrem jeweiligen Einflussraum was Recht und Gesetz ist und entscheiden nach Gedeih und Verderb darüber, ob eine Regierung weiterbestehen darf.
Schon oft wurden missliebige Regierungschefs von außen gestürzt.
Wir wollen keinen Krieg gegen den Terror, weil sie bestimmen was Terror ist.
Weil wir uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen wollen!
Weil wir nicht glauben, dass Menschen in Uniformen Probleme lösen!

Darum waren wir am 1.September 2012 auf der Straße und werden es nächstes Jahr wieder sein.
„La Resistance“ Ingolstadt – Linke Gruppe für Stadt und Region.

Email: la-resistance-info@web.de