Polizeigewalt und Rassismus

Am 17.Oktober wurde ein Mann in Frankfurt von Polizisten getreten und geschlagen, weil er das Anlegen von Handfesseln verweigert hatte.

Seine Frau war mit ihrem dreijährigen Sohn auf dem Heimweg als sie von Kontrolleuren aufgehalten und des Schwarzfahrens bezichtigt wurde. Und als ihr Verlobter hinzukam und die Situation aufklären wollte, wurde dieser von den Kontrolleuren blöd von der Seite angeredet, woraufhin seine Partnerin vorschlug die Polizei zu verständigen.

Die Polizeibeamten erschienen dann auch zu viert (wegen Schwarzfahren!), ein Beamter zog seine Handschuhe an, was als Vorbereitung auf eine bevorstehende Festnahme gedeutet werden kann.
Die Einsatzkräfte wollten nur die Version der Kontrolleuren hören, nicht die des Mannes und auch nicht die seiner Verlobten, sie wollten nur die Ausweise der beiden sehen.

Als er sagte dass er nur seine Firmenausweis und nicht den Personalausweis bei sich trägt und das das alles sowieso nur ein Missverständnis sei, wird seine Verlobte beseite gestoßen und der Mann im Beisein des dreijährigen Sohnes an die Wand gedrückt.

„Wir nehmen ihn mit“, sagte einer der Polizisten.

Daraufhin wurde er von den Beamten nach draußen vor den Streifenwagen gezogen, wo er seine Taschen ausleeren musste und als er sich beschwerte, dass die „Freunde und Helfer“ die Visitenkarten seiner Kunden über den Boden verstreuten wurde er als „Dummschwätzer“ bezeichnet.

Als sie ihm Handschellen anlegen wollten verweigerte er das mit der Begründung, er sei nicht kriminell, er müsse doch nur seinen Ausweis von Zuhause holen. Und er sagte er lasse sich nicht ohne Grund festnehmen, woraufhin der Polizist entgegnete „Ich zähle bis drei.“
Das Opfer fragte ihn „Und was kommt dann?“. Ohne Antwort auf die gestellte Frage zu geben, zählte der Polizist bis zwei und schlug dem Mann ins Gesicht.

Er ging zu Boden. Sofort wurde er von den Beamten aufgehoben, gefesselt und mit der Faust gegen Brust und Nieren geschlagen und gegen das Knie getreten.

Seine Verlobte fand ihn später in seiner Wohnung im
Schlafzimmer bewusstlos auf dem Boden liegen.
Die Polizei hatte sich einfach Zutritt verschafft und den Ausweis an sich genommen.
Einen ankommenden Krankenwagen hatten sie versucht, wegzuschicken.
Als sie an sein Bett trat, fragten sie seine Verlobte nach dem Ausweis.

Am Tag darauf im Krankenhaus stehen zwei Beamte an seinem Bett, um ihn zu verhören. Als er auf seinen Gesundheitszustand verweist, meint einer der beiden, er lasse sich „nicht verarschen!“
Sie gehen erst, als sie vom Geschäftsführer der Klinik zum Gehen aufgefordert werden.

Wenig später stehen wieder vier Beamte an seinem Bett in der Klinik und als seine Verlobte sie erneut zum Gehen auffordert, wollen auch sie ihren Ausweis sehen.

Warum kommt dieser Fall in die Tagesthemen, obwohl derartige Polizeigewalt in Tateinheit mit Amtsmissbrauch ständig stattfindet?

Der Grund dafür ist leider folgender: Der Mann ist afrikanischer Herkunft und darum ist es wichtig, den Übergriff durch die Staatsgewalt öffentlich zu thematisieren. Die Hautfarbe, die sonst egal sein sollte, spielt in diesem Falle leider eben doch eine Rolle. Es ist fraglich, ob gegen eine Person, die äußerlich „deutsch“ aussieht, genauso vorgegangen worden wäre und ob die Polizei genauso dringend den Ausweis des Mannes und seiner Verlobten hätte sehen wollen.

Also müssen wir wieder festellen, dass Rassismus in diesem Land immer noch eine Rolle spielt.

Polizeigewalt ist überall ein Problem und das Problem liegt im Kern dieser staatsfixierten und obrigkeitshörigen Gesellschaft.

Rassismus ist immer noch und überall ein Problem.
Wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe schärfer kontrolliert werden oder sogar Opfer von Gewalt werden, ist das Rassismus.
Wenn Menschen durch Presse und Stammtisch aufgehetzt werden und dann andere Menschen angreifen, weil diese aus anderen Ländern kommen, dann ist Rassismus tödlich.

Rassismus tötet!

Gruppe „La Resistance“