Archiv für Februar 2013

Mit Frei.Wild, ohne uns!

Wir begrüßen die Entscheidung von Jägermeister Deutschland, sein Sponsoring für das baldige With-Full-Force-Festival zu kündigen, sollte der Veranstalter des WFF-Festivals weiterhin das Booking der Band Frei.Wild bestätigen. Doch nicht nur der bekannte Spiritousenhersteller geht wegen der völkisch-nationalen südtiroler Band auf die Barrikaden. Das Dortmunder Musikmagazin Visions, Festivalguide.de und das TätowierMagazin haben ebenfalls ihre Verträge gekündigt, bzw. haben dem Veranstalter eine Deadline bis Montag, den 18.2.2013 gestellt, eindeutig Stellung dazu zu beziehen.
Es ist mehr als nur erfreulich, dass immer mehr Menschen sowie Firmen es nicht mehr tolerieren, dass eine solch rechte und nationalistische Band vor tausenden von Leuten spielt. Aussagen wie „Wir dulden keine Kritik an diesem heiligen Land…“, Mitgliedschaften bei den Freiheitlichen Südtirols, Besetzung in der ehemaligen Rechtsrock-Band Kaiserjäger sowie Relativierungen des Holocausts, bekräftigen diese Aussage und Ablehnungen nur noch mehr!

Hier nun die einzelnen Stellungnahmen einiger Sponsoren des WFF-Festivals:

Jägermeister Deutschland:
„Die Mast-Jägermeister SE hat in ihrem Leitbild Werte wie Weltoffenheit, Toleranz und Respekt fest verankert. Zu diesen Werten stehen wir. Diese Werte leben wir. Jägermeister wird heute in rund 90 Ländern weltweit konsumiert und ist damit nicht nur im niedersächsischen Wolfenbüttel, sondern auf der ganzen Welt in vielfältigen Kulturen zu Hause.

Vor dem Hintergrund unserer Werte werden wir das geplante Sponsoring des Festivals „With Full Force“ zunächst stoppen. Wir erwarten vom Veranstalter zum geplanten Auftritt der umstrittenen Band Frei.Wild auf dem Festival eine klare Stellungnahme. Sollte der Veranstalter weiterhin das Booking der Band bestätigen, werden wir unsere Sponsoring-Aktivitäten einstellen. …“

festivalguide.de :
„Da wir nicht gezwungen werden möchten, eine Entscheidung der Veranstalter zu erklären, vor der wir selber mit Fassungslosigkeit stehen, haben wir ihnen vier Fragen gestellt, die wir uns selber stellen. Da sich die Veranstalter selber im Moment allerdings nicht in der Lage sehen, unsere Fragen zu beantworten, werden wir ihnen noch Zeit bis Montag geben, um sich zu erklären. Abhängend davon und den weiteren Schritten der Veranstalter werden wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Das With Full Force und der Festivalguide haben eine gemeinsame Geschichte und das Schicksal und der Charakter der Veranstaltung liegen uns am Herzen. Wir möchten das With Full Force auf gar keinen Fall als Tummelplatz rechtspopulistischen Gedankenguts sehen und bleiben daher bis auf weiteres im Dialog. Bis auf weiteres wird unsere Präsentation allerdings ruhen. Wir stehen zum With Full Force – allerdings nur ohne Frei.Wild.“

TätowierMagazin:
„With Full Force 2013 ohne das TätowierMagazin:
Wir wurden gestern und heute wiederholt per Mail gefragt, ob oder wann wir uns aus der Präsentation des diesjährigen With Full Force zurückziehen. Das haben wir jedoch bereits getan, und zwar schon am Mittwoch Vormittag, als wir sahen, dass Frei.Wild im Line Up auftauchen.
Der Grund dafür ist offensichtlich. Die Tattoo-Szene, die wir repräsentieren, zeichnet sich aus durch Toleranz, Respekt und der Aufgeschlossenheit anderer Kulturen gegenüber. Von völkischem Gedankengut distanzieren wir uns und haben uns deswegen aus der Präsentation des Festivals zurückgezogen.“

Wir hoffen,dass in Zukunft immer mehr darüber nachgedacht wird, WER auf Festivals eingeladen wird und wer SIE dabei sponsort und unterstützt bzw. welche Bands mit ihnen spielen wollen.

Kein Platz für Nazis auf Festivals, in Deutschland und Südtirol, Europa und auf der Welt.

La Resistance Ingolstadt

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Nachtrag vom 16.02.2013

Heute ereilte uns alle die Meldung, dass Frei.Wild freiwillig nicht auf dem Festival auftreten wird. Im Gegensatz zu Frei.Wild, hat der Veranstalter des With-Full-Force-Festivals leider noch keine Stellungname zu dieser Debatte abgegeben. Prinzipiell kann man hierbei aber nur von einem halben Sieg gegen diese braune „unpolitische“ Band reden. Denn nun kann die Band ihren „Wir-werden-von-allen-gehasst-und-verfolgt-aber-das-schweißt-uns-zusammen“-Kult weiter praktizieren, der ihr immer noch einen großen Zulauf an Fans und Freunden beschert. Letztendlich lebt die Band genau von diesem Motto, WIR GEGEN DEN REST DER WELT. Auch der ganze Rummel um diese Band in den letzten Tagen, sollte man auch erwähnen, war für sie auch schließlich gute Werbung. In der Stellungname von Phillip Burger, dem Sänger der braunen Südtiroler, wird die Schuld auf, wie sie es bezeichnen, „Internetterroristen“ und „einer kleinen, aber effizienten Gruppe von Internet-Freaks“ geschoben, anstatt der Realität ins Auge zu sehen, dass es sich hier nicht um Internetfreaks, sondern zum Teil um großen Weltkonzernen wie Jägermeister und populären Magazinen wie TätowierMagazin handelt. Hier erst einmal die eben beschriebene weinerliche und lächerliche Stellungname von FW:

“Wir haben uns wirklich ganz besonders auf den Auftritt und auf eine erneute Begegnung mit den Festivalbesuchern des With Full Force gefreut. Wir erinnern uns mit Freude an den WFF – Auftritt 2010. Dieser gehörte ohne Zweifel zu den Jahreshöhepunkten, aber wir wollen und werden keinesfalls die Existenz des Veranstalters und somit des Festivals aufs Spiel setzen.
Einer kleinen, aber effizienten Gruppe von Internet-Freaks ist es gelungen, einen sogenannten “Shitstorm”, ein Phänomen im Rahmen von sozialen Netzwerken, bei dem Emotionalisierung zu Massenentrüstungen führt, zu starten, der eine hektische Medienberichterstattung zur Folge hatte. Die Veranstalter des Festivals sind hierdurch dermaßen unter Druck geraten, dass sich Frei.Wild gezwungen sehen, ihren Auftritt aus freien Stücken abzusagen. Philipp Burger dazu: “Wir spielen dort, wo man sich ungetrübt auf uns freut. Wir suchen nicht die Auseinandersetzung mit unseren Gegnern auf Gedeih und Verderben. Am meisten tut es uns für unsere Fans leid. Unser Publikum ist großartig und kennt unsere Positionen, teilt sie und fällt nicht auf die Stimmungsmache einiger Medien herein. Die Vorwürfe sind alte Hüte mit faulen Löchern, die aber scheinbar bis heute nicht an medialer Brisanz verloren haben, leider.”

Auch hat sich Philip Burger in einem Video das im Internet kursiert, zu Fragen und den angeblich lächerlichen Anschuldigungen, geäußert. Hier benutzen sie bekannte Rhetoriken z.B.: Sie seien keine Nazis (Kein Nazi würde sich Nazi nennen!) und entschuldigt ihren patriotischen Heimatstolz damit, dass eigentlich jeder Mensch das Grundbedürfnis besitze auf seine Heimat stolz zu sein. Für sie sind Nazis eben nur dann Nazis, wenn man eine Glatze hat, Springerstiefel trägt und Ausländer zusammenschlägt. Wie gesagt, reine Rhetorik. Vielmehr ist die angebliche Stellungname ein Aufruf dazu, „gute“ und „böse“ Journalisten zu entlarven und Kritiker an den Pranger zu stellen, in dem „Hintergrundinformationen“ zu den Autoren veröffentlichen werden, und auch „Menschen der Anti-Freiwild-Liga“ zu melden. Ebenfalls sehr beliebt in der rechten Szene. Zu Fakten, die man aus ihren eigenen Liedtexten herausnehmen kann, gab es keine Stellungname oder Äußerung. Texte wie:

…All die Leute, die nicht arisch sind
Und nichts als Unruhe stiften
Gebt mir ein MG
Und ich werde sie vernichten…

oder

„…heut gibt´s den Stempel, keinen Stern mehr und schon wieder lernten sie es nicht,…“

Auch tauchen sie auf rechtsradikalen Internetseiten neben Bands wie Noie Werte, die den Soundtrack für das NSU-Bekennervideo verfasst haben, immer häufiger auf. Vieleicht sollten angeblich „unpolitische“ FW-Fans einmal darüber nachdenken für welche Band sie schwärmen.

NSU-Prozess

Nazis morden, der Staat lädt nach… – Demo zum NSU Prozess
Quelle:ALM

ANTIFASCHISTISCHE DEMONSTRATION AM SAMSTAG 13 APRIL (MÜNCHEN, STACHUS).
ANLÄSSLICH DES NSU-PROZESSES AM SAMSTAG VOR PROZESSBEGINN IN MÜNCHEN – KEIN VERGEBEN, KEIN VERGESSEN!

Am 17 April beginnt in München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier weitere Neonazis wegen der Verbrechen der Nazi-Zelle NSU. Dreizehn Jahre konnte diese rassistische Mörderbande ungehindert durch Deutschland ziehen, zehn Menschen erschießen und weitere durch Bombenanschläge verletzen – aus Hass, weil die Opfer (bis auf eine Polizistin) nicht deutsch, sondern türkischer, kurdischer, griechischer Herkunft waren. Die beispiellose Mordserie war möglich, weil Teile von Polizei und Geheimdienst die Nazi-MörderInnen direkt unterstützten oder bewusst wegschauten! Mit einer Demonstration am Samstag vor Beginn des NSU-Prozesses wollen wir der Ermordeten gedenken und die Verantwortung des Staates für den Nazi-Terror aufzeigen. Wir rufen auf zum Aufbau wirksamer Gegenwehr gegen faschistische Gewalt und rassistische Angriffe – Mit allen Mitteln, die notwendig sind!

Dass der Staat die NSU-MörderInnen nicht stoppte, lag nicht einfach an „bedauerlichen Pannen“. Viele Führungskader der militanten Neonazi-Szene in den 1990er Jahren arbeiteten als V-Leute des Verfassungsschutzes, bekamen Geld und Schutz vor Strafverfolgung. Inzwischen steht fest: Auch mehrere Nazi-Unterstützer des NSU waren V-Leute.
Mindestens einmal versorgte der Geheimdienst die Untergetauchten mit Geld, ein späterer Polizeispitzel lieferte Sprengstoff.
Der Verfassungsschutz wusste von dem ungefähren Aufenthalt der Untergetauchten, ihrer Bewaffnung und das sie Anschläge planten – und schirmte sie ab vor Enttarnung und Verhaftung!
Kein Wunder, dass die Verfassungsschutzämter massenhaft Aktenbeweise vernichteten, als heraus kam: hinter der Mordserie an Einwanderern steckten Nazi-Terroristen.
Die Polizei leugnete bis dahin alle Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund der Mordserie und ermittelte stattdessen nach rassistischer Logik wegen „Döner-Morden“.
Die Opfer und ihre Familien wurden zu TäterInnen gemacht: Polizei und Medien
versuchten ihnen jahrelang Mafia-Verbindungen anzudichten.

Für einen wehrhaften Antifaschismus

Rassismus tötet. Faschistische Ideologie führt zwangsläufig zu Mord und Terror. Seit 1990 starben in Deutschland mindestens 182 Menschen durch faschistische oder rassistische Gewalt. Wir müssen uns selbst dagegen zur Wehr setzen und Neonazistrukturen zerschlagen. Denn der Staat garantiert FaschistInnen, dass sie sich organisieren und ihre menschenverachtende Hetze verbreiten können. Deswegen wird die NPD mit Steuergeldern finanziert, bauen V-Leute des Staates Nazi-Kameradschaften auf und prügeln Polizeihundertschaften regelmäßig für Nazi-Demos den Weg frei.

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen Völkern, sondern zwischen oben und unten

Der Staat selbst betreibt rassistische Politik. Die Gesellschaft der Bundesrepublik ist eine nach rassistischen Kriterien aufgebaute Klassengesellschaft. Ohne deutschen Pass gelten die meisten EinwandererInnen als Menschen zweiter Klasse, vor allem wenn sie aus der Türkei, Osteuropa, arabischen oder afrikanischen Ländern stammen. Jede Verlängerung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis ein Gnadenakt und der Hebel, um zu meist viel mieseren Löhnen und Arbeitsbedingungen ausgebeutet zu werden als Deutsche. EinwandererInnen haben weniger Chancen auf einen Job und ein doppelt so hohes Armutsrisiko wie Deutsche. Kinder ausländischer Herkunft werden im Bildungssystem weiter benachteiligt. Das Gesicht der am meisten ausgebeuteten und verarmten Teile der lohnabhängigen Bevölkerung in Deutschland ist migrantisch. Oder wer schuftet auf dem Bau, in der Putzkolonne oder bei McDreck hinter der Kasse? Unzählige Studien belegen diese Zustände immer wieder aufs Neue. Schon heute kostet die Abschottung Deutschlands und der EU unzählige Menschen das Leben. Anders als für zu Hungerlöhnen hergestellte Importe von seltenen Metallen, Computern oder Klamotten, ist der Zugang für Flüchtlinge nach Europa weitgehend versperrt. Mit dem Mittelmeer als mörderischem Todesstreifen, in dem jährlich Hunderte, die Zuflucht suchen, ertrinken.

Sarrazin die Theorie, NSU die Praxis

Rassistische Vorurteile und Lügenhetze gegen EinwandererInnen verbreiten sich immer weiter in der Gesellschaft. So wurde Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) zum Millionär mit seinem Buch, in dem er MigrantInnen aus muslimischen Ländern als genetisch bedingt dumm, faul und kriminell beschimpft. Wissenschaftlich widerlegt, trotzdem ein Bestseller. Sarrazin ist die menschenverachtende Theorie, NSU die mörderische Praxis!

Wem nützt das?

Wem nützt das? Das kapitalistische System befindet sich in einer seiner schwersten Krisen. Und es geht darum, wer die Kosten der Krise bezahlt. Die Antwort der Bundesregierung ist klar: Rettungspakete für die Profite der kapitalbesitzenden Klasse – damit Staatsverschuldung und Sparpakete auf Kosten der lohnabhängigen Klasse. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen verfügen über mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens. Um den Banken und Investoren ihre Gewinne zu garantieren, gibt es die milliardenschweren Rettungsschirme. Die können nur finanziert werden durch brutale Sparprogramme, Kürzungen bei Löhnen, Renten und Sozialleistungen. Diese gezielte Verarmungspolitik gegen die lohnabhängige Klasse wird für die Herrschenden umso leichter, je mehr Menschen die Schuld für ihre Lage auf Sündenböcke wie „Ausländer“, „Moslems“, „Asylbewerber“ abwälzen. Stattdessen gilt es gemeinsam Widerstand zu leisten – für den Sturz des kapitalistischen Ausbeutungssystems!

Setzen wir unsere internationale Solidarität gegen Ausbeutung und Unterdrückung +++ Nazi-Banden und ihre staatlichen Unterstützer aufdecken und angreifen +++ Antifaschismus muss austeilen können +++ Für den Aufbau der antifaschistischen Selbstverteidigung

KEIN VERGEBEN! KEIN VERGESSEN!


Staatliche Repression gegen AntifaschistInnen

AntifaschistInnen, die sich Neonazis entgegen stellen, überzieht der Staat regelmäßig mit Verfolgung. In Dresden blockierten tausende Menschen 2010 und 2011 erfolgreich bundesweite Neonazi-Aufmärsche. Danach wurden AntifaschistInnen als „kriminelle Vereinigung“ verfolgt, die Polizei durchsuchte dutzende Wohnungen und spionierte 200.000 Telefone aus. Der 19jährige Deniz K. sitzt für zweieinhalb Jahre im Knast, weil er sich gegen Polizeiangriffe auf eine antifaschistische Demo in Nürnberg wehrte. Und in München laufen derzeit Prozesse gegen Leute, denen die Polizei vorwirft, eine Nazi-Demo am 21. Januar 2012 auf der Sonnenstraße blockiert zu haben.
Auch das ist staatliche Unterstützung für faschistische Organisationen

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Genaue Infos zum Demo-Termin folgen auf al-m.org oder al[m]/facebook