Zwischen rassistischen Beleidigungen und Willkommensgrüßen- Refugees ziehen nach Berlin-Hellersdorf.

->Artikel zu den Vorgängen in Berlin-Hellersdorf.

Zwischen rassistischen Beleidigungen und Willkommensgrüßen- Refugees ziehen nach Berlin – Hellersdorf

Am Montag, den 19.08., zogen die ersten von insgesamt 200 Flüchtlingen, größtenteils kommend aus Afghanistan und Syrien , in das Heim in Berlin–Hellersdorf ein.Bereits am Vorabend herrschte eine sehr hohe Polizeipräsenz, darunter auch Grüppchen von Anwohnern, die missbilligende Blicke in Richtung Unterkunft warfen.

Die sog. Bürgerinitiative Marzahn–Hellersdorf betrieb bereits Monate vorher eine regelrechte Hetze gegen die Flüchtlinge und versuchte, durch Plakate und das Verteilen von T-Shirts mit dem Aufdruck „Nein zum Heim“ die Anwohner gegen die Refugees aufzubringen.

Vor Ort befanden sich ebenfalls einige Aktivisten, die die Refugees willkommen heißen, und vor Pöbeleien der Anwohner schützen wollten. Am Tag des Heimbezugs fand sogar eine Kundgebung für die Flüchtlinge unter dem Motto „Raven für Refugees“ statt, welche teilweise durch Hitlergrüße von Nazis und Anwohnern gestört wurde.

Die Ankunft der ersten Flüchtlinge nachmittags verlief ohne Zwischenfälle, sie wurden von solidarischen Menschen und unter Polizeischutz direkt zu ihrer Unterkunft begleitet. Die ca. 42 Flüchtlinge waren aus Angst vor Übergriffen dazu gezwungen, durch die Hintertür einzuziehen.
Auch die später Anreisenden wurden dank zahlreicher Aktivisten größtenteils vor rassistischen Beleidigungen abgeschirmt.
Gegen Abend kündigte die Bürgerinitiative Marzahn–Hellersdorf „Aktionen im Dunkeln“ an, woraufhin 6 Flüchtlinge aufgrund der hohen Bedrohungslage direkt nach der Ankunft aus dem Heim flohen.

Den Ereignissen und Ankündigungen zu Folge entschieden die Aktivisten, neben dem Polizeischutz eine dauerhafte Mahnwache vor dem Flüchtlingsheim zu errichten, um möglichen Angriffen entgegenzuwirken. Hingegen aller Erwartungen verlief die Nacht relativ friedlich, am nächsten Morgen wurden die Aktivisten von einigen Anwohnern mit Tee versorgt und in ihrem Tun bekräftigt.

Im Laufe des Dienstages reisten immer weitere Flüchtlinge an, jedoch ohne direkt durch die Anwesenheit von Rassist/innen gestört zu werden.
Gegen Abend war eine Kundgebung der NPD in der Nähe des Flüchtlingsheims geplant, an der ca. 40 Nazis teilnahmen.
Dank 600 Gegendemonstranten drang kein einziges Wort bis zur Unterkunft hinüber, den um das Heim herumschleichenden Nazis wurde ein Platzverweis erteilt. In der Nacht tauchten vor der Unterkunft jedoch einige Rocker auf, die versuchten, die Mahnwache anzugreifen und mit Plastikflaschen auf Polizisten warfen.

Probleme bereiteten jedoch nicht nur rassistische Gruppierungen vor Ort, sondern auch die amtierende Bürgermeisterin von Hellersdorf, Dagmar Pohle (Linke). Diese regte eine Strafanzeige gegen die Mahnwache an, da die Linkspartei um ihren Wahlkampf fürchtete.

Das erregte jedoch keine Spur von Einschüchterung bei den Aktivisten, die Mahnwache rund ums Flüchtlingsheim blieb weiterhin bestehen.
Der Mittwoch verlief größtenteils entspannt, trotz einer Kundgebung der Rechtspopulisten von Pro Deutschland.

Laut eines Geflüchteten gab es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Steinwürfe auf die Unterkunft, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde von der Polizei eine Person kontrolliert, die laut eines Augenzeugen mit einem Rucksack voller Steine unterwegs war.

Sogar eine Woche nach dem Einzug, am Montag, den 26.8. kam es zu Übergriffen auf Aktivisten, die zwei Täter waren beide stark alkoholisiert. Hin und wieder kommt es zu kleinen Ansammlungen von Bürgern und Nazis, die Mahnwache hält den Beleidigungen jedoch stand. Die Aktivisten vor Ort versuchen weiterhin, mit Infoständen und Flyern die Anwohner zur Unterstützung zu bewegen, es werden sogar Listen für eine Spenden-Organisation erstellt. Die künftigen Geschehen sind nun abzuwarten. Weitere und ausführlichere Infos gibt es unter:

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