Archiv für September 2013

Antikriegtagsdemonstration 2013 und DGB-Veranstaltung zum Thema „Religion und Gewalt“ in Ingolstadt

Zum ersten Mal veranstaltete das Ingolstädter Bündnis gegen Militarisierung, Faschismus und Krieg eine Antikriegstagdemonstration in Ingolstadt.
Ziemlich aktuell auch das sehr brisante Thema Syrien, die angehenden Kriegsvorbereitungen und die bis jetzt noch nicht bewiesenen Giftgas-Vorwürfe.
Die Linksjugend Solid und wir die Gruppe La Resistance, sowie die deutsche Friedensgesellschaft zählten zu diesem Bündnis.
Auch haben sich u.a. die Parteien „Die Linke“und die Satire – Partei „Die Partei“ angeschlossen.

Ebenfalls versammelten sich junge wie ältere Ingolstädter, Schüler und Menschen aus der Umgebung, um gegen den Krieg und die Militarisierung zu demonstrieren. Laut Polizeiangaben waren es am Schluss ca. 75 Demonstrant_innen.

Mit Transparenten, Schildern, Antifa-Fahnen und einer selbstgebauten, aber lauten „Lautsprecherpalette“ auf Rollen bewaffnet zogen wir, wie könnte es anders sein, von der Polizei „beschützt“ los.

Unsere Losung lautete „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Bundeswehr raus aus den Schulen!“.
Unsere Auftaktkundgebung hielten wir wenig später vor vollen Cafés und Geschäften.
Großen Applaus erhielt die Bundestagsabgeordnete der Linken, Eva Bulling-Schröter, die vor einem übereilten Kriegseinsatz in Syrien ohne Beweise für das Giftgas und UN-Mandat warnte.
Ebenfalls erwähnte sie, dass Deutschland mit der Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei unmittelbar in diesen vielleicht baldigen Krieg involviert ist. Des Weiteren erinnerte sie daran, dass auch damals der Irak-Krieg von den USA vom Zaun gebrochen wurde, mit angeblichen Beweisen von Massenvernichtungswaffen.

Auffällig war leider auch die Reaktion mancher weniger Fußgänger auf unsere Parolen und die Meinung, die wir vertraten.
Hier wurde gut sichtbar, dass leider noch immer Teile der Bevölkerung ihre Vorbehalte gegenüber einer fortschrittliche und antimilitaristische sowie antifaschistische Gesellschaft haben.
Auf unserem Weg merkten wir leider schnell, dass sich die staatliche Repression nicht an die Vereinbarung mit den Veranstaltern hielten. Sie zwangen uns eine andere Route zu nehmen, als ursprünglich geplant, sprich weniger belebte Straßen zu begehen.
Somit wurde es uns verwehrt, durch die Fußgängerzone Ingolstadts gehen, da laut Angaben der Polizei Wahlstände, unter anderem der rechtspopulistischen Kleinpartei „Alternative für Deutschland“ um unentschlossene Wähler warben. Dies stellte sich im Nachhinein als Lüge heraus.

Die Abschlusskundgebung fand nach einer durchaus lauten und lebendigen Demonstration am Paradeplatz statt. Dort wurden kurze Reden von „der Linken“, der Linksjugend „Solid“, von der MLPD und natürlich von uns, der „LARA“ gehalten. Alles in Allem, eine erfolgreiche Demonstration, die das ein oder andere Echo in den lokalen Medien erreichte.

Am Abend veranstaltete der DGB-Ortsverband Ingolstadt eine Veranstaltung, zum Thema
„Religion und Krieg – Von der Nächstenliebe zur fanatischen Gewalt“.

Einige LARA Mitglieder waren mit von der Partie. Themen wie „Abrüstung“, „Schulterschluss DGB und Bundeswehr“ oder „Bewaffnete Bundeswehreinsätze im Inland“ waren gerade für den Ingolstädter DGB nicht platzierbar.
Noch immer oder schon wieder haben Rüstungskonzerne wie die nahe gelegene ehemalige EADS (heute Cassidan ) zu viel Einfluss.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bernhard Stiedl, dem zweiten Bevollmächtigten der IG Metall in Ingolstadt.
„Auch die Mitglieder in Rüstungsfirmen und der Bundewehr haben einen Platz in den Gewerkschaften.“
Leider mehr als eindeutige Worte.

Gastredner war Gerhard Arnold, freier Publizist, der den Krieg und das Leid auf dieser Welt in die Schuhe des Judentums und des Islams schob.
Davon, dass das Christentum unter anderem für Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und die Inquisition verantwortlich ist, wollte er nichts wissen.
Aber auch andere Leute aus dem Publikum nahmen nicht alles hin, was auf sie eingeredet wurde.
Es gab zum Teil lauten Widerstand von einigen Zuhörern. Einige verließen entnervt und enttäuscht die Veranstaltung.
Spätestens nachdem wir die Frage stellten, warum wir nicht über reale und wirklich wichtige Themen
an einem Antikriegstag redeten, platze Herrn Arnold der Kragen.
„Das kenne ich aus meiner Studienzeit. Ihr wollt doch nur linken Terror verbreiten“, schrie er durch den Raum.

Ähnliche Fragen oder Anregungen zu Diskussionen von erkennbaren Mitgliedern der „LARA“ wurden ignoriert.
Der DGB duldete keinerlei Widersprüche. „Man könne am Tage darauf in Ruhe in meinem Büro darüber diskutieren“, lies Herr Stiedl verlauten.

Auch in den Gewerkschaften ist der Einfluss der Bundeswehr und der immer weiter fortschreitenden Militarisierung zu spüren.
Mehr als nur ein Alarmsignal, wo es gilt dagegen anzukämpfen!!

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Bundeswehr raus aus den Schulen!

Gruppe La Resistance – Ingolstadt