Archiv für August 2014

Bruhnstraße umbenennen!

Jeden Tag kommen wir zwangsläufig auf dem Weg zur Arbeit, über die Post oder beim einfachen Pizzabestellen mit ihnen in Kontakt. Straßennamen. Oft mit so einfachen Namen wie die „Ingolstädter Straße“ aber auch mit Namen von Personen, die uns oft unbekannt sind. Leider gibt es bis heute Straßennamen, die an Personen aus der NS-Zeit erinnern sollen. So auch in Ingolstadt. Die Bruhnstraße ist dem Wehrwirtschaftsführer, Betriebsführer der Auto Union und erstem Geschäftsführer der uns heute als AUDI bekannten Firma gewidmet. Eine Studie (»Kriegswirtschaft und Arbeitseinsatz bei der Auto Union AG Chemnitz im Zweiten Weltkrieg«) brachte vor einiger Zeit hervor, dass die Auto Union/AUDI AG während des 2. Weltkrieges doch eine größere Rolle beim Thema Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen spielte, als es in ihrem Museum im Audi-Forum dargestellt wird. Hier war Richard Bruhn verantwortlich für 4.500 Tote Zwangsarbeiter in der AUDI-Vorgängerfirma, Auto Union in Chemnitz. Bruhn wird laut Studie sogar als „wichtigster Verantwortlicher für den Einsatz der KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter bezeichnet“ und alle Entscheidungen liefen ab 1942 über ihn. Er hatte engste Beziehungen zur NSDAP und war monatelang »häufiger bei Albert Speer und Adolf Hitler in Berlin als in seinem Chemnitzer Büro« gewesen. Die Nähe war von Vorteil, denn die SS errichtete 7 Konzentrationsaußenlager. Mehr als 3.700 KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter und zudem 16.500 Zwangsarbeiter, die nicht in Konzentrationslagern interniert waren, mussten für die Auto Union Sklavenarbeit leisten. Im Lager Leitmeritz, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, wurden 18.000 KZ-Häftlinge zum Bau einer Untertagefabrik für die Auto Union eingesetzt. Nachdem der Krieg verloren war, flüchtete er in weiser Voraussicht in den Westen, um den sowjetischen Besatzern zu entgehen. Dort wurde er im Zuge der „Entnazifizierung“ wie viele andere Großindustrielle auch als „unbelastet“ eingestuft, bekam 1953 für seine „Verdienste“ das Große Bundesverdienstkreuz und davor von der Technischen Hochschule die Ehrendoktorwürde. Der Stadtrat lässt sich leider mit der Entscheidung, ob die Straße umbenannt werden soll, Zeit, da noch „Klärungsbedarf“ bestehe.

Dies ist nur einer von vielen Straßennamen, Verdienstorden und Ehrendoktorwürden die aberkannt werden müssen.

Den Ingolstädter Vorgang unterstützen könnt ihr HIER MIT EINER „UNTERSCHRIFT“ BEI „OPEN-PETITION“

6.September Antikriegstag

Im Zuge der Mobilisierung zur Antikriegstagsdemo in Ingolstadt ist ein Video entstanden, das wir euch nicht vorenthalten wollen.

Kommt am 6. September nach Ingolstadt zu unserer Demo zum Antikriegstag!

Gemeinsam gegen Nationalismus , Militarisierung und Krieg!

Hier das Video und einen herzlichen Dank an die uns leider nicht bekannten Künstler/-innen.
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