Archiv für Oktober 2015

Kundgebung in Manching

gitter
Samstag 7. November

No Lager – nowhere! Alle bleiben!

Sommer 2015: Tausende Menschen nehmen sich ihr Recht und setzen sich gegen die menschenverachtende Abschottungspolitik der EU hinweg. Jahrzehntelange Bemühungen Deutschlands sich nach außen hin abzuschotten scheiterten an dem Willen der Menschen, Grenzen zu überwinden. Ungarn und andere Staaten boykottieren das Dublin III Abkommen und weigern sich, Geflüchtete zu registrieren. Die Politik reagiert prompt: Grenzkontrollen im Schengen-Raum werden wieder eingeführt. Zäune und Sonderlager werden errichtet.
Während sich Deutschland momentan als Alleinträger der sog. „Flüchtlingskrise“ inszeniert wird verschwiegen dass sich die BRD durch EU Gesetzgebungen jahrelang abschottete. Die Forderungen nach Solidarität von anderen EU Staaten können daher nur als zynisch bewertet werden. Deutschlandweit wird eine „Willkommenskultur“ proklamiert um die „Flüchtlingskrise“ zu meistern. Gleichzeitig werden sog. besorgte Bürger*innen, die regelmäßig Lager anzünden bestärkt indem das Asylrecht durch Gesetzesänderungen immer weiter ausgehöhlt wird. Die Unterscheidung zwischen „echten Flüchtlingen“ aus Kriegsgebieten und „Wirtschaftsflüchtlingen“ wurde durch die Errichtung von Sonderlagern institutionalisiert.
Das „Aufnahme und Rückführungszentrum für Asylbewerber ohne Bleibeperspektive“ in Manching ist eines dieser Sonderlager. Hier werden Menschen kaserniert, da sie aus sog. „sicheren Drittstaaten“ nach Deutschland gekommen sind. Die Asylverfahren sollen so schnell wie möglich abgewickelt, negativ beschieden und die als „Wirtschaftsflüchtlinge“ Stigmatisierten abgeschoben werden. Somit wird ihnen jedes Recht auf ein individuelles Asylverfahren verwehrt. Außerdem sollen diese Personen nur noch Sachleistungen erhalten. Sie stehen unter Arbeitsverbot. Die Sonderlager werden vorzugsweise an abgelegenen Orten errichtet, um die Geflüchteten zu isolieren. Diese Maßnahmen dienen – wie vom Innenminister Herrmann erklärt – der Abschreckung.
Die europäische und insbesondere deutsche Asylpolitik ist dabei nur eine Fortsetzung bereits bestehender Macht- und Ungleichheitsverhältnisse. Bei der Zwei-Klassen-Einteilung von Geflüchteten wird verschwiegen, dass die EU bzw. Deutschland bis heute erheblich zur desolaten ökonomischen Lage in „sicheren“ Herkunftsländern beitragen. Diese Zustände zwingen Menschen ebenso zur Flucht, wie die Diskriminierung von Minderheiten. Beispielsweise wird die Verfolgung von Roma, Sinti, LGBTQI* durch die Politik ausgeblendet. Personengruppen, die bereits im Nationalsozialismus verfolgt wurden, werden so erneut zu Opfern eines staatlichen Rassismus.

Gegen besorgte Bürger*innen, ihre Politiker*innen und ihren Staat:
Lager abschaffen!
Abschiebungen stoppen!
Bleiberecht für alle!

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The deportation-camp in Manching is built near a military airport that makes it easy to deport refugees by army planes in a very silent and isolated process, without the possibility for people outside to intervene and without the possibility for refugees inside to be heard. On 7th November we come to the deportation-camp in Manching to speak out our absolute solidarity with you/refugees in this extremely unequal confrontation and make a clear position with standing behind those people whom in state’s eyes don’t “deserve” the right to stay. We come there to make the first steps of practical solidarity: opening a platform for you to speak, listen to you and show you that we will intervene as far as we can if you wish.
In our point of view, refugees are the fighting subjects who left their familiar lands as their objection to the existing conditions made by unequal global structures and simply have decided to reside somewhere else. Their objection is associated to global existing structures. Structures that make a perspective of life to exist somewhere and somewhere else not. By the will of refugees to be here and therefor passing borders one after each other makes the existential sense of borders and borders’ protecting soldiers to fade away.
After arrival, refugees in this geographical area -as non-citizens in a citizen-based society, as margined part of a centralized society- face a form of inequality that makes it necessary for them to struggle. It is a struggle in which one sees the resistance of refugees to stay against the willing of European states and their armies.
The asylum policies in Germany are simply a dimension of state violence and repression. It tries to strangle refugees’ objection-voices by accommodating them in outlaying camps. The system deprives them of every lawful or socially “legitimated” rights for citizens. The whole social and political structures tarnish their human identity in a daily process causing attrition. Lastly comes the most important part in this unequal struggle – deportation. In better words it means to erase the struggle subjects physically from the social scene.
“It is because I defend myself that my rights exist. A right is nothing unless it comes to life in the defense which occasions its invocations.”
In such a nonfunctional political and societal system – where the survival of the dominant ties to the suppression of oppressed one – achieving freedom and equality is only possible through a struggle that is demanding the rights which are defined by oppressed ones. The uprising of oppressed ones to defend their human identity is always the first step towards freedom.
The concept of right has to be defined through one’s defense of his/her social subjectivity as a human. This concept is contently a deep contradiction of laws or social legitimations. Because of the necessity to achieve these rights, all throughout human history was & will be full of social and political struggles. Uprisings, protest camps and protest marches organized by refugees in recent years or those that are still going on in Hannover, Hamburg and many other cities are just a few examples of practically possible forms of struggle.
On 7th November at 14:00 pm we will come with the will to support any form of struggle against this violation of your rights and show solidarity with the objection to existing inhuman conditions which you do by being here.

Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1630149793916674/

Keine Party für Nazis!

HOGESA wollte vergangenen Sonntag ganz groß in Köln Geburtstag feiern – hat nicht so ganz geklappt.
Die eigene Mobilisierung der Rechten blieb massiv hinter den Erwartungen zurück. So konnten nicht genug Ordner gefunden werden, weil zu wenige nüchterne und nicht vorbestrafte TeilnehmerInnen vor Ort waren.
Die wenigen Live -Musik Beiträge waren gar so schlecht, dass keine Zugabe gewünscht wurde.
Dahingegen folgten mehr als 10.000 Menschen den Aufrufen zu Gegenaktionen.
Es kam zu mehreren direkten Angriffen auf RednerInnen, Busse oder Reisegruppen der Rechten.
Das großmäulig angekündigte Comeback von HOGESA blieb also aus. Doch Nazis brauchen heute keine zentralen Events mehr, um ungestraft prügelnd und „Sieg Heil“– brüllend durch deutsche Straßen zu ziehen.
Zahlreiche Demonstrationen mit bürgerlichem Anstrich sammeln fast täglich Neonazis um sich, darunter auch verurteilte Terroristen wie Karl Heinz Statzenberger in München.
Es sieht momentan so aus als würde HOGESA als zentrale Sammlungsbewegung der radikalen deutschen Rechten wegfallen. Da auch die unattraktive NPD diesem Anspruch schon länger nicht mehr gerecht wird und die Neugründungen „Der dritte Weg“ und „Die Rechte“ bisher eher ein Dasein als Randerscheinungen fristen, bleibt abzuwarten, welche dieser Gruppierungen in Zukunft die Führungsrolle übernimmt.
Keine Party für Nazis – nirgends.
Nationalismus ist keine Alternative!