Archiv für November 2015

Rede zum 9. November

Hier unser Redebeitrag zur Mahnwache am 9. November:

Vor 77 Jahren brannte Ingolstadt.
Und nicht nur Ingolstadt, in ganz Deutschland brannten in dieser Nacht jüdische Geschäfte und Synagogen. Menschen wurden vom aggressiven Mob wie Vieh durch die Stadt gejagt – nicht wenige verloren damals ihr Leben.

Aber zum Glück ist das alles lange vorbei – sogar unsere Großeltern
erinnern sich nur noch dunkel an diese „düstere Zeit“, in der so viele so wenig
wussten oder wissen wollten. Nein, heute leben wir in einer offenen und toleranten Gesellschaft, in der rassistische Vorurteile
längst der Vergangenheit angehören…Oder?

Gerade heute, an diesem historischen Tag, wurde in München der Pegida-Aufmarsch im Eilverfahren doch noch erlaubt, nachdem er zunächst von der Stadt verboten worden war. Sie marschieren wieder – die besorgten Bürger, besorgt um ihr Hab und Gut, das die „bösen Ausländer“ ihnen wegnehmen wollen. Besorgt um ihre Heimat und ihre Kultur, die Menschen anderer Herkunft mit Sicherheit für immer zerstören werden.

Auch damals waren es jene besorgten Bürger, die johlend Häuser in Brand steckten, Menschen in die Donau trieben – und später keine Ahnung von der Vernichtung gehabt haben wollten.

In Zeiten, in denen Übergriffe auf Geflüchtete an der Tagesordnung sind, in denen wieder Häuser brennen, dürfen wir nicht wegschauen. Wir müssen uns der immer stärker werdenden Gefahr von rechts mutig entgegenstellen. Wer in der Demokratie schläft, wird im Faschismus aufwachen – Nie wieder darf Geschichte sich wiederholen.

Wir sind heute hier, um ein Zeichen zu setzen – denn später einmal soll es nicht heißen, wir hätten von nichts gewusst – Wehret den Anfängen!

Kundgebung in Manching / Mahnwache zum 9. November / Leak einer Rassistengruppe / Demo in Regensburg

Wie es öfter schon der Fall war, veröffentlichen wir einen Rückblick über unsere Aktivitäten der letzten Wochen.

Kundgebung in Manching:
Am Samstag, den 7. November, fand in Manching bei Ingolstadt vor dem sogenannten „Balkanzentrum“ eine Kundgebung gegen Abschiebungen, Lagerzwang und rassistische Asylpolitik statt.
Wir werten es als Erfolg, dass in einer relativ kurzen Zeit über 100 Teilnehmer*innen zusammenkamen. Unter anderem hatten die Menschen, die im Lager untergebracht sind, die Möglichkeit, das Angebot der Kundgebung anzunehmen und sich mit Redebeiträgen zu beteiligen.
Zu erwähnen ist, dass im Umfeld des Lagers Aufkleber der Kleinpartei „Der 3. Weg“ aufgetaucht sind sowie eine kaum lesbare rechte Sprayerei.

Während der Kundgebung zeigten sich zwei Anhänger der Naziszene, die in einem Fall schon öfter im Kontext rechter Mobilisierung aufgefallen sind. Einer der beiden wurde u.a. in München auf einer „PEGIDA“ Demo gesichtet.
Als die beiden nach mehrfachen Aufforderungen von anwesenden Antifaschist*innen nicht das Feld räumten, bewegte sich eine kleinere Gruppe aus Antifaschist*innen auf die Zwei zu.
Polizeibeamte sprangen (warum auch immer) dazwischen.
Kurz darauf wurden die beiden Rechten von Polizeibeamten in Zivil mit einem PKW vom Ort der Kundgebung entfernt.

Mahnwache zum 9. November:
Am Montag, den 9. November, fand in Ingolstadt wie auch in den Jahren zuvor eine Mahnwache vor dem Standort der ehemaligen Synagoge statt.

Nach einem Redebeitrag der VVN, einer Interpretation von Brechts „Flüchtlingsgespräche“ und mehreren kurzen Musikbeiträgen, folgte ein Redebeitrag der Gruppe LARA.

Wir beteiligten uns in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Kranz am Gedenken.

Leak einer rassistischen Facebookgruppe in Ingolstadt:

Unter dem Namen „Forum Zuwanderung Ingolstadt“ vereinten sich mehrere Mitglieder des Netzwerks „Facebook“ in einer „geheimen“ Gruppe, um in Ruhe zu diskutieren und ihre Hetze sowie Verschwörungstheorien austauschen zu können.
Das Spektrum des „Forums“ reicht von Mitgliedern der CSU über die AFD bis hin zu klassischen Nazis.

Artikel dazu vom 16. November.

Demo in Regensburg:

In Regensburg versammelten sich ca. 150 Personen zu einer Demonstration gegen Sexismus und sexistischer Gewalt. Die Demo zog von den Arcaden über den Dachauplatz, den Domplatz bis hin zum alten Rathaus in Regensburg.

Die gehaltenen Redebeiträge gingen unter anderem auf den alltäglichen Sexismus und die besondere Situation nicht- weißer Frauen und transgeschlechtlicher Personen ein.

Die eingesetzten Polizeikräfte beschränkten sich lediglich auf die Verkehrsabsicherung .
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