Archiv für Januar 2016

AfD im Wirtshaus am Auwaldsee

4. März 2016

Ingolstadt: AfD-Veranstaltung mit Jürgen Elsässer. Der bayerische Landesverband der „Alternative für Deutschland“ kündigt eine Veranstaltung („Frieden mit Russland – Schluss mit den Sanktionen“) der AFD Ingolstadt mit Jürgen Elsässer an, dem Macher des rechten „Compact“-Magazins
(19.00 Uhr; „Wirtshaus am Auwaldsee“, Am Auwaldsee 20).

Quelle:Aida Archiv München

Liebknecht Luxemburg Wochenende in Berlin

Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden am 15. Januar 1919 von faschistischen Freikorps ermordet.
Der Todestag der oben genannten Revolutionäre und Gründer der KPD ist seit vielen Jahren Anlass für große Demonstrationen zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Zudem findet seit 21 Jahren die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung Jungen Welt statt.

Wir haben uns mit einer kleinen Reisegruppe für diese Wochenende nach Berlin begeben, um an der Konferenz und der Großdemonstration teilzunehmen. Unsere Motivationen waren vielfältig und am Ende unserer Reise haben wir sehr zufrieden und inspiriert beschlossen, auf jeden Fall nächstes Jahr wieder nach Berlin zu fahren.

Die Konferenz

Bereits als noch eine lange Schlange von Menschen vor dem Kongresszentrum URANIA in Berlin Mitte anstand, unterstützen wir eine Mobilisierungsaktion der SDAJ am Wittenbergplatz für die kommenden Proteste gegen die NATO-“Sicherheitskonferenz“ am Samstag, den 13.Februar in München.
Der Platz, an dem die Aktion stattfand, war perfekt gewählt. In Sichtweite waren eine große Filiale der Deutschen Bank, ein Büro der Daimler AG und das Büro der Berliner CDU.
Für Konflikte weltweit liefert die Daimler AG militärisches Gerät, die deutsche Bank die finanziellen Anreize und die CDU im Bundestag die politische Stimmung, um diese zu rechtfertigen. (Ukraine, Syrien, Türkei usw…)
Kaum ein anderer Ort wäre für diese Kundgebung besser geeignet gewesen.
Nachdem wir auch noch etwas in der Schlange stehen mussten, konnten wir endlich das Kongresszentrum betreten.
Dort herrschte eine belebte Stimmung, verschiedene Organisationen hatten ihre Infostände aufgebaut, und das Angebot mehrere Antiquariate lud zum Stöbern in Bücherbergen ein.
Musiklabels und Klamottenversände und viele Verlage trafen auf interessiertes Publikum.
Zeitgleich fanden mehrere Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen zu verschiedenen Themen statt, oder wurden in andere Säle im Haus übertragen.
Auf drei Stockwerken gab es unter anderem Workshops zu den Protesten gegen die sogenannte NATO-“Sicherheitskonferenz“, zu Flucht und Vertreibung und die momentane rassistische Mobilisierung, sowie Vorträge zur Situation in der Türkei und zur Strategie der neuen Rechten.

Der Höhepunkt der Konferenz war für uns das Jugendforum unter dem Titel:
„Jung, brutal und gut-aussehend – Wie kämpft und organisiert sich die revolutionäre Jugend?“
Die Podiumsdiskussion, die von der Jungen Welt moderiert wurde, versammelte auf der Bühne ein breites Spektrum an Vertreter*innen, die Jugendverbände SDAJ und der ROTE AUFBAU HAMBURG auf der einen Seite des Podiums, und die Linksjugend ´Solid sowie eine Vertreterin der VERDI Hamburg auf der anderen Seite.

Fragen wie „Warum sind die Gewerkschaften nicht mehr kämpferisch?“ oder „Würdet ihr auch mit der SPD oder den Jusos zusammenarbeiten?“ wurden in der ersten Hälfte der Veranstaltung von den Vertreter*innen beantwortet.
In der zweiten Hälfte der Veranstaltung wurden Fragen aus dem Saal, der mit 300 Personen (viele standen am Rand) sehr gut belegt war, beantwortet. Jetzt wurde es so richtig interessant:

„Warum erzählt ihr Linken euch eure tollen Ideen und Inhalte immer nur gegenseitig und tragt sie nicht an die Masse in den Betrieben, in eueren Alltag heran?“
„Ich fühle mich als Migrantin nicht wirklich repräsentiert von den Jugendverbänden – woran liegt das eurer Meinung nach?“
„Wenn die Linksjugend ‘Solid nicht endlich die Kriegsbefürworter aus den eigenen Reihen verbannt, kann ich nicht länger Mitglied dieser Organisation bleiben .Wann wird in diesem Fall endlich etwas passieren?“
(Hierbei handelt es sich lediglich um eine kleine Auswahl der vom Publikum gestellten Fragen, fast alle konnten jedoch beantwortet werden.)

Für uns war das Jugendforum der interessanteste Teil der Konferenz, da es politisch wirklich sinnvoll war, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland und darüber hinaus gemeinsam drängende Fragen zu diskutieren. Wir haben viele neue Erkenntnisse und Anreize mit nach Hause genommen.

Die Demonstration
Ab 09:00 Uhr vormittags versammelten sich am Sonntag, den 10. Januar, die ersten Menschen am Frankfurter Tor. Lautsprecherwagen wurden aufgebaut und Musikgruppen spielten ihre ersten Lieder. Immer mehr kamen zusammen um sich langsam zu einer Demonstration mit verschiedenen Blöcken zu formieren.
Wir unterstützen den Antifa-Block, da wir dort als pluralistische Gruppe am besten aufgehoben waren und auch inhaltlich die größten Anknüpfungspunkte fanden.
Für verschiedene Aktionen gegen Naziaufmärsche in der weiteren Berliner Umgebung wurde geworben, auch waren anarchistische bzw. anarchosyndikalistische Fahnen und Transparente zu sehen.

Um ca. 10:00 Uhr setzte sich die Demonstration von Friedrichshain aus in Richtung Lichtenberg in Bewegung, verschiedene Quellen sprechen von 10.000 bis 14.000 Teilnehmer*innen.
Schwer lassen sich derartige Größenordnungen aus der Demonstration heraus einschätzen, aber unter Einbeziehung unserer Erfahrung schätzen wird, dass über 10.000 Menschen an diesem Tag gemeinsam unterwegs waren, um an Rosa und Karl und alle anderen ermordeten zu erinnern, die ihr Leben im Kampf gegen Kapitalismus, Krieg und Faschismus geopfert haben.

Die Demonstration endete an der Gedenkstätte der Sozialisten, dort legten auch wir rote Nelken nieder um an die Toten zu erinnern.

FAZIT:
-Wir werden auch nächstes Jahr wieder nach Berlin fahren um an der Konferenz/der Demonstration teilzunehmen.
-Im Antifa-Block fühlten wir uns wohl und inhaltlich gut repräsentiert, wir hoffen das dieser auch im nächsten Jahr existiert.
-Es ist weiterhin faszinierend, wie viele einzelne Parteien, Organisationen, Gruppen und Grüppchen allein in diesem doch relativ engen Spektrum der radikalen Linken existieren.
In dieser Form bleiben sie am Rande der gesellschaftlichen Diskussion – vereint wäre das vielleicht eine andere Sache.
-Irgendwo hört Solidarität auf- keine Zusammenarbeit mit Nationalisten, Antisemiten und anderen Menschenfeinden.