Ist die Hexenjagd eröffnet?

Heute veröffentlichte der Donaukurier einen Artikel der sich scheinbar mit der
„Kämpfenden Jugend Ingolstadt“ beschäftigt.
Die KJI ist eine linke Gruppierung aus der Region, die seit einem halben Jahr zu verschiedenen Themen Texte veröffentlicht, Aktionen durchführt und inhaltlich arbeitet.Mehr Informationen zur KJI sind deren umfangreichen Webseite zu entnehmen.So viel zu den Fakten.


Heil Stalin oder was?

Der Artikel beschreibt anhand einer angeblichen Quelle im Umfeld der Linksjugend Ingolstadt, dass sich die linke Szene in Ingolstadt „immer härter radikalisiert hat“- das geht laut dem Autor des Artikels bin hin zu Verherrlichung Stalins und Pöbeleien gegen Israel.
Wo genau der Autor dieses Artikels diese „Infos“ recherchiert hat lässt er offen.

Auch wurde der Artikel mit einer Archivaufnahme des Donaukuriers garniert, die von der Demonstration zum Antikriegstag 2015 stammt, welche von der Gruppe „La Resistance“ maßgeblich mitorganisiert wurde.

Durch die Verwendung genau dieses Bildes und der haltlosen Unterstellung, in der Ingolstädter linken Szene würde Stalin verherrlicht und gegen Israel gepöbelt, wird aus einem Artikel der in ekelhafter Manier auf eine linke Gruppe losgeht und auch gleich einer Person aus dieser Gruppe mit vollem Namen und Alter nennt, ein publizistischer Angriff.
Ein Angriff auf eine gesamte Szene, die aus mehreren Organisationen und vielen Einzelpersonen besteht.

Gehts noch?
Normalerweise würden wir den Autoren bitten, genauer bzw. überhaupt zu recherchieren. Aber das ist in diesem Fall Zeitverschwendung.Hinter diesen pauschalen und haltlosen Unterstellung kann eigentlich nur politisches Kalkül stecken – da muss sich der „CSU-Kurier“ nicht über seine Spottnamen wundern, wenn derartige Hetzte veröffentlicht wird.
Wir haben mehrmals deutlich klargemacht, was wir von Antisemitismus halten und wie wir damit umgehen. Woran genau der Autor die Verherrlichung von Stalin gesehen oder gelesen haben will, erschließt sich uns genau so wenig, wie wir auch nicht von einer „härteren Radikalisierung“ der lokalen Szene sprechen können.

Grüße an den Verfassungsschutz!?
Der Titel des Artikels lautet „Mit Grüßen an den Verfassungsschutz.“.
Unter dem Titel prangt das oben genannte Bild.
Was will uns der Autor damit sagen?
Dass der, der gegen den Krieg auf die Straße geht, verfassungsfeindlich ist?
Dass der Autor sich den Verfassungsschutz herbeiwünscht, wenn sich Menschen antikapitalistisch und antimilitaristisch organisieren, zeigt einmal mehr seine politische Orientierung.

Ob die Nennung des kompletten Namens einer Person aus dem Umfeld der KJI ohne deren eindeutige Zustimmung mit dem Pressekodex vereinbar ist – erst recht wenn dieser Name mit offensichtlich falschen Informationen genannt wird – stellen wir in Frage.
Rein rechtlich könnten wir den kompletten Namen und das Alter des Autoren des DK Artikels nennen, aber wir haben das nicht nötig, denn er weiß wie er heißt und wie alt er ist.

Auch stehen wir dem aktuellen Trend in Teilen der lokalen Linkspartei Differenzen und Streit an die Presse zu tragen äußerst kritisch gegenüber.