Archiv für Mai 2016

Vortrag „Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ – die radikale Rechte in Bayern“

vortrag

Petry kam nach Neuburg – Wir waren schon da!

Am 12.05.2016 besuchte Frauke Petry Neuburg an der Donau. Mit diesem Besuch hatte der Großteil Neuburgs ein massives Problem. Kurz und knapp, es versammelten sich, trotz heftigen Regens, ca. 300 Bürger, Antifas, Kinder, Jugendliche, Rentner und Flüchtlinge auf dem Schrannenplatz um der AfD mit Redebeiträgen, Bannern, Plakaten und Sprechchören zu zeigen, dass sie hier nicht willkommen ist. Es gab auch viele Beiträge von Bürgern. Beispielsweise ein Beitrag einer besorgten Bürgerin, einer Mutter eines geistig beeinträchtigen Kindes, die sich gegen den Antiinklusionskurs der AfD aussprach. Diese fordert unter anderem separate Schulen für geistig und körperlich behinderte Kinder einzurichten.

Da es sich um eine öffentliche Veranstaltung in „Der Rennbahn“ handelte, versuchten auch viele AfD-Gegner der Veranstaltung beizuwohnen um diese mit kritischen Fragen, Beobachtung oder ähnliches wenigstens ansatzweise mit Inhalt zu füllen. (Zur Veranstaltung selbst wird es einen weiteren Artikel geben). Obwohl die AfD ausdrücklich betonte, alle zur Veranstaltung willkommen zu heißen, um eine ausgeglichene Diskussion zu gewährleisten und nachdrücklich zu beweisen wie sehr demokratisch sie doch sind, zeigte sich am Eingang ein ganz anderes Bild. Der Eingang wurde von zwei wortkargen Securitys bewacht, die Menschen aufgrund ihres Aussehens und ihrer Kleidung aussortierten und diese den Zutritt verwehrten. Dennoch waren nach Aussagen von Beobachtern 1/3 des Saals von Demokraten und Antifaschisten besetzt. Aufgrund der Abweisung vor dem Eingang stauten sich dort immer mehr Menschen, die der Veranstaltung kritisch beiwohnen wollten. Das nahmen sich zwei ältere Herren zum Anlass, sich gewissermaßen durch die Menge zum Eingang zu schubsen, quetschen und drängeln. Dabei stolperte einer der älteren AFD-Mitglieder und ging selbstverschuldet zu Boden. Das verleitete ihn nun wiederum dazu, mit seinem Schirm auf die wartenden Menschen vor dem Eingang zu prügeln. Auch die Security sah sich daraufhin anscheinend genötigt, wahllos Gegner der AFD zu schubsen. Erst nach einigen Minuten ging die Polizei dazwischen und löste die Menge vor dem Eingang auf. Ab jetzt kam man nur noch mit Personalkontrolle (auch AFD-Mitglieder) zur Veranstaltung. Kurz darauf ließ die Polizei niemanden mehr in die Veranstaltung, da der Saal angeblich voll zu sein schien. Nun konnte man beobachten, wie viele entnervte AFD-Sympathisanten kehrt machten, da sie nicht zu ihrer Heilsbringerin gehen durften, da ihnen der Einlass verwehrt wurde. Bis auf diese kleine Schubserei sollte der Abend und die Veranstaltung jedoch zumindest außerhalb des Gebäudes friedlich von statten gehen. Zu dieser Zeit hatte sich die Gegenkundgebung ebenfalls ziemlich nahe Richtung Eingang verschoben. Sprich, in hör und Sichtweite.

Kurz nachdem die Gegenkundgebung für beendet erklärt wurde, gab es noch die erste und einzige Anzeige für diesen Abend. Und zwar provozierte ein leicht angetrunkener Mann am Rande des Schrannenplatzes mit Thor Steinar-Jacke mit einem Hitler-Gruß. Glücklicherweise konnte dies von einigen Bürgern fotografisch festgehalten werden. Es wurde letztendlich die Polizei hinzugezogen, die Personalien des Mannes wurden aufgenommen und er musste sich zu Fotozwecken an die Wand stellen.

Als Fazit muss man sagen, dass sich die Bürger Neuburgs durch couragiertes und selbstständiges Handeln hervor getan haben. Die doch kurze Zeit, die Neuburg zur Mobilisierung und Vorbereitung hatte wurde bis zur letzten Minute genutzt. Es wurden Plakate gemalt und über die AFD-Plakate gehängt. Für die Gegenproteste wurde im Umland massiv geworben. Das Bündnis „Neuburg ist bunt“ wird nicht wie in vielen anderen Fällen, von ein paar Funktionären organisiert und getragen sondern zeichnet sich dadurch aus, dass viele Einzelpersonen aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen zusammen kommen. Es ist zu hoffen, dass diese erfolgreiche Art der Organisierung der Neuburger Bürger anhält um auch in Zukunft erfolgreich gegen Demokratiefeinde und rechte Umtriebe agieren zu können.