Archiv für August 2016

Messerattacke in Dortmund

In Dortmund wurde am Sonntag, den 14. August, ein Antifaschist von zwei Vermummten vor seiner Wohnung angegriffen. Dabei wurde der Antifaschist zu Boden geschlagen und mit einem Messer attackiert. Trotz mehrerer Stichverletzungen im Bauchbereich konnte er sich schließlich in Sicherheit bringen.

Dies war jedoch nicht der erste Vorfall dieser Art in Dortmund. Die Dortmunder Gruppe Autonome Antifa 170 hat die letzten Übergriffe folgendermaßen dokumentiert:

„Am 31. Juli griffen Mitglieder und Sympathisant_innen der Neonazi-Partei “Die Rechte” in Köln eine Gruppe Antifaschist_innen im Hauptbahnhof an. Die Rechten hatten an einer rassistischen Demonstration gegen einen Aufmarsch von Anhänger_innen der türkischen Partei AKP teilgenommen. Einer der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden. Schon auf der Hinfahrt hatten die Neonazis einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers zufolge im Zug randaliert und einen Fahrgast verletzt – die Polizei beschränkte sich nach dem ersten Vorfall allerdings auf eine Kontrolle der Rechten, die danach weiter zu ihrer Demonstration ziehen durften.

Am Tag darauf attackierte eine Gruppe von Neonazis in Dorstfeld mehrere Menschen mit Flaschenwürfen. Beteiligt an dem Angriff waren laut den Betroffenen Michael Brück (Stellvertretender Landesvorsitzender der Partei “die Rechte”) und Christoph Drewer (Stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei die Rechte).

Am 2. August, wieder nur einen Tag später, wurden im Hafen auf dem Weg zur U-Bahn eine Gruppe Menschen von vemutlich Nazi-Hooligans angegangen. Die rechten Schläger hatten sich, Berichten der Betroffenen zufolge, mit einem Hammer und einem Teleskopschlagstock bewaffnet. Den Angegriffenen gelang es, die Verfolger abzuhängen.

Am gestrigen Sonntag, dem 14. August, folgte der bisher schwerste Angriff der jüngsten Serie. Vermummte lauerten einem der Betroffenen des Angriffs vom 1. August vor seiner Wohnnung auf. Wie der Betroffene berichtet, schlugen sie auf ihn ein, einer der Angreifer zog ein Messer und stach zweimal zu. Der Betroffene erlitt eine Stichverletzung im Bauch und musste im Krankenhaus behandelt werden.“

In den letzten 15 Jahren wurden in Dortmund mindestens fünf Menschen durch Neonazis ermordet, darunter drei PolizistInnen im Jahr 2001 sowie der Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz im Jahr 2005. 2006 wurde Mehmet Kubaşık vom NSU-Netzwerk ermordet.

Die gegenwärtige Serie von Übergriffen ist somit keine neue Dimension rechter Gewalt in Dortmund.

Den Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!