Archiv für November 2016

AfD – Parteitag in Ingolstadt

Laut unseren Informationen wird am Sonntag in Ingolstadt ein Satzungsparteitag der sogenannten „Alternative für Deutschland“ stattfinden.
Es ist davon auszugehen, dass die AFD wieder das „Wirtshaus am Auwaldsee“ nutzen wird, da dort
am Stadtrand eine Atmosphäre herrscht, in der die Mitglieder der völkisch-nationalen Partei nicht nur geduldet sonder sogar willkommen sind.

Erinnern heißt kämpfen!

Gedenken am 9. November
9.november

Wie in den Jahren zuvor fand auch am 9. November 2016 eine Gedenkveranstaltung vor der ehemaligen Synagoge in der Ingolstädter Theresienstraße statt.

Es beteiligten sich rund 50 Personen. Mit einem Kranz, der niedergelegt worden ist, mehreren kurzen Musik- und Wortbeträgen sowie einer Schweigeminute zu Beginn der Veranstaltung, wurde an die Opfer der Novemberpogrome 1938 erinnert.

„Bereits in den ersten Wochen der NS-Herrschaft wurden einzelne jüdische Männer aus Ingolstadt verhaftet und ins Konzentrationslager eingeliefert. Während des gesamten Jahres 1935 setzte „Der Donaubote” seine Kampagnen gegen Ingolstädter Juden und gegen den Teil der Bevölkerung fort, der die jüdischen Geschäftsleute nach wie vor unterstützte. Bis November 1938 hatten bereits etwa zwei Drittel der jüdischen Bewohner Ingolstadt verlassen; die meisten konnten nach Übersee emigrieren; bereits Mitte 1938 war der Großteil der jüdischen Geschäfte „arisiert“. Während des Novemberpogroms 1938 zerstörten SA-Leuten das Inventar des Betsaales mitsamt den Ritualien entweder an Ort und Stelle oder steckten es auf offener Straße in Brand; von einer Brandlegung nahm man aber Abstand, da umliegende Gebäude gefährdet waren. Auch die Scheiben der letzten beiden jüdischen Geschäfte wurden zerschlagen. Ebenfalls fiel das Tahara-Haus auf dem jüdischen Friedhof der Zerstörungswut von SA-Leuten zum Opfer. Hauptverantwortlicher für die Ausschreitungen in Ingolstadt war der NSDAP-Kreisleiter Lambert Friederichs.
Die noch etwa 40 in der Stadt lebenden Juden wurden ultimativ aufgefordert, innerhalb kürzester Frist Ingolstadt zu verlassen. Ihre bisherigen Wohnungen wurden noch am gleichen Tage leergeräumt und beschlagnahmt, das Inventar in ein Speditionslager am Nordbahnhof geschafft. „Die Aktion gegen Juden wurde rasch und ohne besondere Reibungen zum Abschluss gebracht“, vermeldete der Ingolstädter Oberbürgermeister Josef Listl am 1.Dez. 1938. Anfang des Jahres 1939 sollen in Ingolstadt keine Juden mehr gemeldet gewesen sein. Die innerhalb Deutschlands verzogenen Ingolstädter Juden sind 1941/1942 zumeist deportiert worden und umgekommen. Mehr als 80 Ingolstädter Juden wurden Opfer der NS-Gewaltherrschaft.“ -http://www.jüdische-gemeinden.de

Nach der Schweigeminute eröffnete die VVN-BDA als veranstaltende Organisation die Veranstaltung mit einer kurzen Erklärung darüber, was genau am 9. November 1938 in Ingolstadt passierte. Nach einem kurzen Musikstück las ein Schauspieler vom Ingolstädter Stadttheater aus Werken von Erich Kästner und Berthold Brecht – beider waren aufgrund ihrer Werke unter den Nazis verfolgt worden.

Nach einem weiteren Musikstück ging eine Rednerin der Gruppe „La Resistance“-Ingolstadt auf das Schicksal von Else Ury ein, die bekannte Kinderbuchautorin war 1943 im KZ Auschwitz, aufgrund ihrer jüdische Abstammung, ermordet worden.

Zum Ende der Veranstaltung las eine Vertreterin der Linkspartei aus einem weiteren Text von Berthold Brecht und ein Vertreter der Linkspartei skizzierte kurz, wie schnell sich die Weimarer Republik zum Gleichgeschalteten NS-Staat entwickelt hatte.

Immer wieder wurde in den Wortbeiträgen die verbindung zur heutigen Zeit hergestellt.

Erinnern heißt kämpfen!