Archiv für Mai 2017

Neue Gruppe in Ingolstadt

Unsere FreundI*nnen der Arbeitsgruppe Antifaschismus Ingolstadt -AGAIN- haben jetzt auch eine eigene Seite die wir euch vorstellen wollen.
https://again.blackblogs.org/
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Hier findet ihr die Selbstdarstellung der Gruppe:
Über AGAIN

Die Arbeitsgruppe Antifaschismus Ingolstadt, kurz AGAIN, gründete sich 2016, um gezielt und informiert gegen rechte Strukturen – sowohl Neonazis auf der Straße, als auch rechte Kräfte in Parlamenten – und deren Ursprünge auf allen möglichen Ebenen vorzugehen und nachhaltige und solidarische Strukturen zu schaffen.

Wir sind ein strömungsübergreifender Zusammenschluss bestehend aus Antifaschist_Innen und Nazigegner_Innen aus dem Raum Ingolstadt und Umgebung. Einige gehören linken, bzw. linksradikalen Gruppen oder Initiativen an, während andere wiederum als politische Einzelpersonen in der Arbeitsgruppe aktiv sind.

Selbstverständnis:

Das derzeitige politische Klima ist angespannt. NeofaschistInnen setzen Unterkünfte Geflüchteter in Brand und morden sich organisiert in terorristischen Zellen nach Aktionsschema des sog. „führerlosen Kampfes“ quer durch Deutschland. Seit der Mordserie des nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und der Umgang damit von Staates Seiten dürfte klar sein, dass es sich bei Umtrieben der extremen Rechten nicht um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Besonders nicht, wenn man sich in die frühen 90er Jahre zurückversetzt und sich die Pogrome von Lichtenhagen und Hoyerswerda wieder ins Gedächtnis ruft. Aber in erster Linie sind derartige Umtriebe nichts tolerierbares oder Einzelfälle, die nicht ernst zu nehmen sind. Als mittelständiger Deutscher spricht es sich leicht von irrelevantem „Pack“ oder vom „rechten Mob“. Die Gefahr, die FaschistInnen für weniger priviligierte Mitmenschen darstellen, wird durch derartige Aussagen lediglich relativiert. Die Zahl der Todesopfer durch faschistisch motivierte Angriffe stand 2015 bei 178. Es erfüllt uns mit Wut und Trauer, dass 70 Jahre nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus noch immer Menschen durch die Hände von FaschistInnen sterben. Jedoch zeigt uns das, dass es nicht reicht, sich Hände haltend oder mit Kerzen in der Hand in den Klenzepark zu stellen, um die extreme Rechte effektiv zu bekämpfen und daran zu hindern ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten, geschweige denn, sie davon abzuhalten Straßen hegemonial zu regieren, wie beispielsweise in Dortmund Dorstfeld, oder feige Gewalttaten auszuüben. Antifaschistischer Widerstand ist und bleibt notwendig!

Zudem betrachten wir mit Sorge aktuelle parlamentarische Entwicklungen und Veränderungen der bürgerlichen Parteienlandschaft. Geistige Brandstifter_Innen liefern mit faschistischer Rhetorik und durch das Bedienen rassistischer Ressentiments den Zündstoff für pogromartige Übergriffe gegen Geflüchtete und Muslime. Das prominenteste Beispiel ist wohl die Alternative für Deutschland (AfD). Die weitaus gefährlichere Kraft sitzt jedoch bereits im bayerischen Parlament! Mit der Einführung rassistischer Gesetze, wie dem Integrationsgesetz und der Anpassung ihrer Forderungen und Rhetorik an die xenophobe Grundstimmung in der BRD, erhält die CSU ihre Wählerstimmen und ist weiter in der Lage, Arbeiter_Innenfeindliche Politik zu betreiben und die Neoliberalisierung voranzutreiben. Gegen staatlichen Rassismus – wie den menschenunwürdigen Umgang mit Geflüchteten und Abschiebungen – und faschistoiden Staatsumbau – durch Überwachungsgesetze und Aushöhlung der Menschenrechte – in Aktion zu treten, erfordert die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen Staat, in dem wir leben, und konkrete Analysen der Zusammenhänge zwischen Politik und Ökonomie. Denn die Wurzel allen Übels liegt in einem Wirtschaftssystem basierend auf Lohnarbeit, Ausbeutung und Privateigentum. Im Kapitalismus werden Rassismus und strukturell ähnliche Unterdrückungsmuster, wie beispielsweise Sexismus, zu einem Werkzeug um die Klasse der lohnabhängigen, arbeitenden Bevölkerung zu spalten und dadurch von – einfach ausgedrückt – den wichtigen Fragen gesellschaftlichen Lebens abzulenken. Wenn die Schuld für die Prekarisierung von Arbeiter_Innen nicht demjenigen, der davon profitiert, zugeschoben wird, sondern anderen Verlierern des Systems, läuft der Ausbeutungsprozess und der Sozialabbau weiter und die Profite der Kapitalist_Innen steigen in schwindelerregende Höhen. Um die komplexen Zusammenhänge darzulegen, bilden wir uns selbst in Schulungen innerhalb unserer Gruppe und manifestieren anschließend unsere Kritik an den herrschenden Verhältnissen in Aktionen und Publikationen.

Für uns bedeutet Antifaschismus nicht nur mal eben auf eine Demo „gegen Rechts“ zu gehen.

Antifa heißt Solidarität mit Betroffenen faschistischer Gewalt und der Arbeiter_Innenklasse.

Antifa heißt, rechte Umtriebe zu erkennen und als solche öffentlich kenntlich zu machen.

Antifa heißt, die Wurzel des Faschismus zu benennen und dagegen aktiv zu werden.

Antifa heißt in die Offensive gegen Neonazis und rechte Parlamentarier_Innen!

Aufruf zur Kundgebung gegen die Frühjahrestagung der „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“

Die Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt e.V.
(kurz: ZFI, auch Institut für Zeitgeschichtsforschung Ingolstadt) ist ein geschichtsrevisionistischer Verein in Ingolstadt.

Sie wurde 1981 maßgeblich von Alfred Schickel (1933–2015), Hellmut Diwald (1924–1993) und Alfred Seidl (1911–1993) als Konkurrenz zum Institut für Zeitgeschichte in München gegründet.

Der Verein hat derzeit ca. 500 bis 600 Mitglieder und veranstaltet jährlich eine Frühjahrs- und Herbsttagung.

Laut Bernd Wagner (1994) gilt die ZFI in Deutschland als „geistiges Zentrum rechtsextremer Kreise für historische Forschung“. Auf Tagungen und Veranstaltungen werde eine systematische Verharmlosung des Nationalsozialismus und die Leugnung der Kriegsschuld betrieben. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit Zeitschriften wie Junge Freiheit, Europa Vorn, Nation und Europa und Deutschland in Geschichte und Gegenwart, die ähnliche Ziele verfolgen. Der ehemalige Leiter der ZFI, Alfred Schickel, schrieb 1980, dass die Zahl von sechs Millionen ermordeter Juden „heute in der zeitgeschichtlichen Wissenschaft nicht mehr ernsthaft vertreten“ werde (vgl. wikipedia – ZFI).

Alfred Lehmann (CSU), Ingolstadts ehemaliger Oberbürgermeister, und Horst Seehofer gelten als prominente Unterstützer der ZFI, so nahm Lehmann vor seinem Amtsantritt mehrmals an Tagungen teil und dankte den Verantwortlichen, so die Deutsche Nationalzeitung (48-2006), „für ihr Wirken und Ihre Standfestigkeit“ zum 25. Jubiläum im November 2006. Horst Seehofer sendete in seiner damaligen Funktion als bayerischer Landwirtschaftsminister „sehr persönliche“ Grußworte zu eben diesem Jubiläum (vgl. VVN/BDA im Dez. 2006).

Umerziehung der Deutschen?
Am Samstag, den 10. Juni 2017, findet in der VHS Ingolstadt die Frühjahrstagung der ZFI statt. So weit, so gut – doch was ist dort geboten? Auf dem Programm stehen Reden und Vorträge von Gernot Facius (Bonn) zu den Themen „Interne Aussprache zum Stand der ZFI-Reaktivierung“, „Zweierlei Schicksal – Deutsche Vertriebene damals, Migranten heute.“ sowie von Dr. Mario Kandil (Linnich) über „Die Umerziehung der Deutschen nach den beiden Weltkriegen 1914/18 und 1939/45“ und Prof. Dr. Gebhard Geiger (München) über „Politik und Sicherheit im digitalen Zeitalter – Deutschlands Herausforderung im modernen Informationskrieg“ (vgl. AIDA Archiv im Mai 2017).

Wer sind nun diese Referenten und besteht vielleicht gar keine Verbindung mehr zu den rechten Ansichten von Schickel und Co.? Doch. Dr. Mario Kandil sprach unter anderem auf einem Kongress, an dem auch der ehemalige Stellvertretende Vorsitzende der Republikaner (REP) und NPD-Bundesvorstandsmitglied Arne Schirmer teilnahmen.

Gernot Facius schrieb beispielsweise für die extrem rechte Seite Junge Freiheit. In einem Artikel heißt es:„Geht es um heimatpolitische Fragen, verhält sich der BdV [Bund der Vertriebenen, Anm. d. Red.] nicht anders als die Regierenden: Er beschränkt sich auf politisch korrektes Gesäusel über einen ,Brückenbau‘ zu den Nachbarn im Osten“ (ZF 22/15).

Obwohl es in den letzten Jahren eher ruhig geworden ist um die ZFI, fand im Jahr 2016 ebenfalls eine Frühjahrs- und eine Herbsttagung statt. Nach dem Tod von Alfred Schickel steht die ZFI seit Juni 2016 unter der neuen Leitung von Gernot Facius, Artikel zur Herbsttagung 2016 erscheinen anschließend u. a. in den ultrarechten Publikationen Junge Freiheit, WitikoBrief und Aula (vgl. AIDA Archiv).

Den rechten Schulterschluss brechen!
Wir wollen nicht hinnehmen, dass im Schatten der schützenden CSU-Regierung hier in Ingolstadt in Seelenruhe Geschichtsrevisionismus betrieben wird!
Wir wollen sämtliche Versuche, die Geschichte umzudeuten, die Verbrechen der Wehrmacht und des Naziregimes zu leugnen oder zu relativieren, nicht unbeantwortet lassen!
Wir wollen der versuchten Normalisierung rechtsradikaler Positionen unsere deutliche Kritik entgegensetzen!

Kommt am Samstag, den 10. Juni, um 10:00 Uhr zur VHS Ingolstadt und positioniert euch mit uns gegen diese Tagung!

Gruppe „La Resistance“ – Ingolstadt www.larainfo.blogsport.de

Aufruf der Arbeisgruppe Antifaschismus Ingolstadt -AGAIN-