Neue Gruppe in Ingolstadt

Unsere FreundI*nnen der Arbeitsgruppe Antifaschismus Ingolstadt -AGAIN- haben jetzt auch eine eigene Seite die wir euch vorstellen wollen.
https://again.blackblogs.org/
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Hier findet ihr die Selbstdarstellung der Gruppe:
Über AGAIN

Die Arbeitsgruppe Antifaschismus Ingolstadt, kurz AGAIN, gründete sich 2016, um gezielt und informiert gegen rechte Strukturen – sowohl Neonazis auf der Straße, als auch rechte Kräfte in Parlamenten – und deren Ursprünge auf allen möglichen Ebenen vorzugehen und nachhaltige und solidarische Strukturen zu schaffen.

Wir sind ein strömungsübergreifender Zusammenschluss bestehend aus Antifaschist_Innen und Nazigegner_Innen aus dem Raum Ingolstadt und Umgebung. Einige gehören linken, bzw. linksradikalen Gruppen oder Initiativen an, während andere wiederum als politische Einzelpersonen in der Arbeitsgruppe aktiv sind.

Selbstverständnis:

Das derzeitige politische Klima ist angespannt. NeofaschistInnen setzen Unterkünfte Geflüchteter in Brand und morden sich organisiert in terorristischen Zellen nach Aktionsschema des sog. „führerlosen Kampfes“ quer durch Deutschland. Seit der Mordserie des nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und der Umgang damit von Staates Seiten dürfte klar sein, dass es sich bei Umtrieben der extremen Rechten nicht um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Besonders nicht, wenn man sich in die frühen 90er Jahre zurückversetzt und sich die Pogrome von Lichtenhagen und Hoyerswerda wieder ins Gedächtnis ruft. Aber in erster Linie sind derartige Umtriebe nichts tolerierbares oder Einzelfälle, die nicht ernst zu nehmen sind. Als mittelständiger Deutscher spricht es sich leicht von irrelevantem „Pack“ oder vom „rechten Mob“. Die Gefahr, die FaschistInnen für weniger priviligierte Mitmenschen darstellen, wird durch derartige Aussagen lediglich relativiert. Die Zahl der Todesopfer durch faschistisch motivierte Angriffe stand 2015 bei 178. Es erfüllt uns mit Wut und Trauer, dass 70 Jahre nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus noch immer Menschen durch die Hände von FaschistInnen sterben. Jedoch zeigt uns das, dass es nicht reicht, sich Hände haltend oder mit Kerzen in der Hand in den Klenzepark zu stellen, um die extreme Rechte effektiv zu bekämpfen und daran zu hindern ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten, geschweige denn, sie davon abzuhalten Straßen hegemonial zu regieren, wie beispielsweise in Dortmund Dorstfeld, oder feige Gewalttaten auszuüben. Antifaschistischer Widerstand ist und bleibt notwendig!

Zudem betrachten wir mit Sorge aktuelle parlamentarische Entwicklungen und Veränderungen der bürgerlichen Parteienlandschaft. Geistige Brandstifter_Innen liefern mit faschistischer Rhetorik und durch das Bedienen rassistischer Ressentiments den Zündstoff für pogromartige Übergriffe gegen Geflüchtete und Muslime. Das prominenteste Beispiel ist wohl die Alternative für Deutschland (AfD). Die weitaus gefährlichere Kraft sitzt jedoch bereits im bayerischen Parlament! Mit der Einführung rassistischer Gesetze, wie dem Integrationsgesetz und der Anpassung ihrer Forderungen und Rhetorik an die xenophobe Grundstimmung in der BRD, erhält die CSU ihre Wählerstimmen und ist weiter in der Lage, Arbeiter_Innenfeindliche Politik zu betreiben und die Neoliberalisierung voranzutreiben. Gegen staatlichen Rassismus – wie den menschenunwürdigen Umgang mit Geflüchteten und Abschiebungen – und faschistoiden Staatsumbau – durch Überwachungsgesetze und Aushöhlung der Menschenrechte – in Aktion zu treten, erfordert die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen Staat, in dem wir leben, und konkrete Analysen der Zusammenhänge zwischen Politik und Ökonomie. Denn die Wurzel allen Übels liegt in einem Wirtschaftssystem basierend auf Lohnarbeit, Ausbeutung und Privateigentum. Im Kapitalismus werden Rassismus und strukturell ähnliche Unterdrückungsmuster, wie beispielsweise Sexismus, zu einem Werkzeug um die Klasse der lohnabhängigen, arbeitenden Bevölkerung zu spalten und dadurch von – einfach ausgedrückt – den wichtigen Fragen gesellschaftlichen Lebens abzulenken. Wenn die Schuld für die Prekarisierung von Arbeiter_Innen nicht demjenigen, der davon profitiert, zugeschoben wird, sondern anderen Verlierern des Systems, läuft der Ausbeutungsprozess und der Sozialabbau weiter und die Profite der Kapitalist_Innen steigen in schwindelerregende Höhen. Um die komplexen Zusammenhänge darzulegen, bilden wir uns selbst in Schulungen innerhalb unserer Gruppe und manifestieren anschließend unsere Kritik an den herrschenden Verhältnissen in Aktionen und Publikationen.

Für uns bedeutet Antifaschismus nicht nur mal eben auf eine Demo „gegen Rechts“ zu gehen.

Antifa heißt Solidarität mit Betroffenen faschistischer Gewalt und der Arbeiter_Innenklasse.

Antifa heißt, rechte Umtriebe zu erkennen und als solche öffentlich kenntlich zu machen.

Antifa heißt, die Wurzel des Faschismus zu benennen und dagegen aktiv zu werden.

Antifa heißt in die Offensive gegen Neonazis und rechte Parlamentarier_Innen!


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