Archiv für Dezember 2017

Indymedia linksunten ist verboten – es lebe Indymedia!

Das Verbot
Am 26.08. wurden private Wohnungen in Freiburg und unter anderem auch das Autonome Zentrum KTS von Polizeikräften durchsucht.
Ziel der eingesetzten Polizeikräfte war es den mutmaßlichen Betreiber*innen der Seite Indymedia Linksunten eine Verbotsverfügung zuzustellen und Beweise zu sichern.
Die Website Indymedia Linksunten wurde nach einem Vereinsverbotsverfahren von Innenminister De Maiziere verboten, ob das gemeinsame betreiben einer Website ohne dafür gegründeten Verein eine Vereinstätigkeit darstellt und somit durch ein Vereinsverbotsverfahren verboten werden kann bleibt fraglich.

Die Website war kurz nach dem Verbot noch erreichbar, aktuell ist das nicht mehr der Fall, ob die Abschaltung durch Repressionsbehörden erfolgte oder durch Indymedia-Aktivas ist bislang nicht bekannt.

Als Grundlage für das Verbot gilt laut Innenministerium das auf der Website Beiträge publiziert wurden die zu Straftaten und Gewalt aufgerufen haben und nicht von Betreiber*innen gelöscht wurden.


Linksunten

Täglich bot die Plattform Indymedia Linksunten neue Informationen aus der Antifaschistischen, Antirassistischen, Antikapitalistischen, Antisexistischen -.kurz der Linksradikalen Bewegung, und ermöglichte es dieser auch selbst anoym, kostenfrei und eigenverantwortlich zu publizieren.

Berichte, Analysen, Kommentare, Reportagen, Bekennerschreiben und seltener auch Kulturelle und Lyrische Veröffentlichungen wurden gelesen und diskutiert und somit war es der Linken und Linksradikalen Bewegung möglich eine eigene Plattform zu nutzen die im Lauf der Zeit immer mehr Menschen erreichte und besonders in den Jahren vor dem Verbot auch immer öfter von der linken und bürgerlichen Presse als Quelle zitiert wurde.

Indymedia Linksunten war eine Einrichtung die nach den Prinzipen der Indypendent Media Center (IMC) funktionierte und von August 2008 bis August 2017 bestand hatte.
Linksunten war das stärker genutzte deutschprachige IMC, das andere, Indymedia Germany (https://de.indymedia.org/), hatte ca. 2007 damit zu kämpfen das die Moderation ( u.a. das löschen von Nazitrollkommentaren) kaum noch möglich war da zu wenig Moderator*innen aktiv waren, auch war die für die Website genutzte Software veraltet so das ein Neustart von Nöten war.

Während des Neustarts von Indymedia Germany entstand Indymedia Linksunten für den Südosten der BRD als regionales IMC.
Bald wurde Linksunten weit über diese Region hinaus genutzt da die neue Software, die angenehme Benutzeroberfläche und die bessere Moderation mehr Nutzer*innen anzog und Indymedia Germany auch aufgrund der oben genannten Probleme kaum noch neue Beiträge enthielt und somit als Informations und Veröffentlichungsplattform zunehmend unintressanter wurde.

Nach dem Verbot
Wie weiter nach dem Verbot ? Wo zentral gemeinsam diskutieren, Informationen sammeln und durch eine eigene Plattform die Öffentlichkeit erreichen?

„Soziale“ Medien?
Wir dürfen nie bei der Nutzung „Sozialer Medien“ vergessen das diese nicht uns gehören, die Betreibergesellschaft kann jederzeit Seiten löschen oder den Behörden Daten zu Verfügung stellen, auch ist des durch dort entstehende Filterblasen kaum möglich Menschen außerhalb der eignen Spähre zu erreichen.
Auch ist es mit einer Oberfläche die möglichst kurze Texte nutzt selten möglich auch Inhalte und Hintergründe und nicht nur Parolen und Livestyle zu transportieren.

Eigene Blogs und Websiten?

Einige Gruppen und Organisationen haben eigene gut gefüllte und sehr aktuelle Websiten, leider und das is völlig normal, können diese nicht für „Open Posting“ genutzt werden und genau das ist ja der große Vorteil von Indymedia, da so alle Nutzer*innen jederzeit eigene Inhalte veröffentlichen können.
Auch gibt es wenig derartige Seiten die den gesamten deutschsprachigen Raum ansprechen und somit ein größeres Umfeld erreichen.
Und zu guter letzt gibt es nur sehr wenige Gruppen und Organisationen die Strömungsübergreifend zu verschiedenen Themenkomplexen arbeiten und dadurch das gesamte Spektrum der Widersprüche, Inhalte, Diskussionen und Proteste abdecken.
Online Magazine, wie zum Beispiel das Lower Class Magazin (LCM) und das Revolt Magazin (RevoltMag) sind auch eine gute Möglichkeit in Inhaltliche Diskussion zu treten oder sich weiterzubilden.

Indymedia Germany?

Nach dem Neustart und erst recht seit dem Verbot von Linksunten nimmt Indymedia Germany wieder an Fahrt auf, momentan noch schleppend doch immer mehr,
durschnittlich sind täglich 2- 6 neue Artikel im Openpostingbereich zu finden.

Gründet 1 gründet 2 gründet viele Indypendent Media Center!
Um weiterhin frei von Zensur und Verwertungslogik miteinander kommunizieren zu können brauchen wir eigene Strukturen und diese müssen verteidigt, gepflegt und aufgebaut werden!
Jetzt einfach Indymedia Germany zu verwenden, führt auf Dauer, wieder zu einer Zentralisation und im Falle eines Verbots zu einem Massiven Verlust an Wissen, da wie bei Linksunten zu beobachten war, mit dem Verbot auch alle Artikel auf der Seite einfach weg waren.
Also hilt es uns nur möglichst viele vernetzte Kommunikationsknotenpunkte aufzubauen, damit der wegfallen eines Knotens nicht das Netz zusammenbrechen lässt.

Protest gegen CSU – Parteitag in Nürnberg.

Quelle: ROJA – Nürnberg
Am Wochenende vom 15. bis zum 17. Dezember wird in Nürnberg der CSU Parteitag stattfinden. Wir werden dieses Treffen von RassistInnen und ArbeiterfeindInnen nicht unwidersprochen über die Bühne gehen lassen. Deshalb werden wir, die antifaschistische Aktionskneipe, die revolutionär organisierte Jugendaktion und die organisierte Autonomie, am Samstag, den 16.12. einen Aktionstag am Weißen Turm durchführen. Los geht’s ab 11 Uhr beim Brunnen. Von der Kundgebung werden verschiedene kreative Aktionen ausgehen. Deshalb kommt vorbei und tut laut und kraftvoll euren Widerstand gegen rassistische, sexistische und homophobe Spaltung unserer Klasse kund!

Ob CSU oder AfD – Stoppt den Rechtsruck in der BRD!

—–Antifa Aktionskneipe——-
Der Rechtsruck in der BRD hat sich in den letzten Jahren massiv zugespitzt. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und dem rassistischen „Integrationsgesetz“ der CSU. Die Bundesregierung schaffte die Asylgesetze quasi ab und schiebt Geflüchtete in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. In Nürnberg äußert sich der Rechtsruck durch eine faschistische Aufmarschserie die von der Stadt genehmigt und der Polizei gewalttätig durchgesetzt wird.

Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir den Rechtsruck nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus spalten sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden ob wir in einer Welt des Faschismus und Rassismus leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit.

Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!