Wie der Vater so der Sohn?

Mit Dr. Matthias Schickel schickt der Ingolstädter CSU – Kreisverband einen promovierten Historiker und Studienleiter am Katharinen-gymnasium Ingolstadt ins Rennen um den Landtag.

Der Sohn des Historikers Alfred Schickel hielt 2009 eine Rede für die „Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Lehrer und Erzieher“, in Vertertung für seinen Vater, der Arbeitskreis ist eng mit dem Witikobund liiert, sie teilen sich den selben Vorsitzenden, Dr. Hans Mirtes.

Der Witikobund:
Der Witikobund ist laut eigener Darstellung eine unabhängige, elitäre
„nationale Gesinnungsgemeinschaft der Sudetendeutschen“.

Unter den Gründungsmitgliedern befand sich unter anderem, Konstantin Höß
(ehemaliger NSDAP – Kreisleiter von Prag), Karl Krauss (ehemaliger SD und Gestapochef von Belgrad), Walter Stain ( ehemaliger Hitlerjugendchef im Sudetenland)

Auch fanden unter anderem zahlreiche NPD, DVU und REP Kader ihren Weg zum Witikobund, so wie ehemalige SS – Offiziere und faschistisch-theoretische Ideologen.

Zitate aus dem „ Aufruf an alle Deutschen zur Notwehr gegen die Überfremdung“ , mitunterzeichnet vom Witikobund,
„eine Menschenflut die uns unterdrücken und auslöschen wird“ (…) „Wir schätzen ganz vorsichtig, das hier einige Millionen Juden nach Deutschland einwandern werden, wenn wir es nicht verhindern.“

Strategisches Ziel des Witiko-Bundes ist die Wiederherstellung untergegangener, historischer Grenzen von 1938/39 („Angliederung der deutschen Gebiete an Deutschland“) bzw. die rechte „Zukunftsvision einer Neuordnung Europas“ nach völkischen Prinzipien. Der frühere Bundesvorsitzende Walter Staffa schreckt dabei selbst vor unverholenen Drohungen nicht zurück: „Das grausame Geschehen einer Vertreibung kann eines Tages die Vertreiber selbst treffen.“ Gleichsam wird die Vernichtung der europäischen Juden relativiert, indem die Vertreibung der Sudetendeutschen zu „einem der einmalig furchtbaren und auf keinen Fall wie auch immer hinzunehmenden Großverbrechen dieses Jahrhunderts“ erklärt wird.

2001, 2008 und 2011 gab die Bundesregierung auf Anfragen bekannt, dass der Verfassungsschutz beim Witikobund eine „Verdichtung von Anhaltspunkten für rechtsextremistische Bestrebungen“ festgestellt habe.
Einen solchen Anhaltspunkt stelle etwa die „Häufung insbesondere antijüdischer Textstellen“ in der Publikation des Vereins „Witiko-brief“ dar.

„Zu den gewaltigsten Geschichtslügen der jüngsten Vergangenheit gehören die 6 Millionen Juden“ – Witiko – Brief , 1974

Matthias Schickel hat auch für die Preußische Allgemeine Zeitung einen Artikel zum Versailler Vertrag publiziert. Die Zeitung nimmt laut dem Journalisten Anton Maegerle eine „Scharnierfunktion“ zwischen „Rechtskonservatismus“ und Rechtsradikalismus ein.
Davon zeugten unter anderem holocaustrelativierende Beiträge, die Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter die deutsche Vergangenheitsbewältigung und die große personelle Überschneidung mit neurechten Publikationen und Organisationen.

Interessant und bezeichnend welche Persönlichkeiten die CSU gern in den Landtag schicken möchte.

Quellen:
http://www.trend.infopartisan.net/trd0998/t600998.html
http://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Sudeten/100521_sudetendeutsche-zeitung/artikel.pdf
http://www.ostdeutsches-forum.net/Zeitgeschichte/Frieden-diktieren.htm
https://www.bag-antifaschismus.de/fileadmin/lcmsbagaf/rundbrief_1-2_2010.pdf


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