Archiv der Kategorie 'Freiräume&Gentrifizierung'

#HHG20 – Bilder

Alle Bilder von Josef A. Preiselbauer hier gibts mehr.

GESA – Demo 9.7.
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Großdemo 8.7.
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Welcome 2 Hell
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Nachttanzdemo
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#HHG20 Was war los?

Übersichtsartikel zu den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg.

Aktionen
Es gab vielfältige Aktionen rund um den Gipfel.
Am Sonntag, den 2.Juli 2017,starteten die Proteste mit der Großdemonstration „G20-Protestwelle“. Laut Veranstalter
beteiligten sich rund 25.000 Menschen, die zum Teil auch aus anderen europäischen Ländern angereist waren.
Auch auf dem Wasser gab es einige Aktionen, beispielsweise eine Aktion auf der Elbe,organisiert von Greenpeace gegen Kohlestrom.
Die Großdemonstration ging vom bürgerlichen Lager aus.

Dienstagabend hatten sich mehrere Menschen zum „Cornern“ verabredet, um gemeinsam auf der Straße zu feiern und sich so öffentlichen Raum zu nehmen..
Diese Ansammlung war von der Polizei mit Küppeln und Wasserwerfern auseinandergetrieben worden.

Mittwochabend versammelten sich 20.000 Menschen zur Nachttanzdemo „Lieber tanz ich als G20″.

Am Donnerstag sollte die „WELCOME TO HELL“ Demonstration am Fischmarkt starten. Rund 12.000 Teilnehmer*innen hatten sich bereits aufgestellt, als von der Polizei die Forderung laut wurde, alle Personen sollten unvermummt laufen.
Rund 45 Minuten war die Demonstration bereits von der Polizei gestoppt worden (von rund 12.000 waren lediglich einzelne Personen vermummt), als plötzlich vermummte und bewaffnete Polizist*innen den Frontblock von der Seite stürmten und mit Küppeln und Pfefferspray angriffen.
In Panik flüchteten sich viele Teilnehmer*innen eine Hafenmauer hoch (auf die sie von anderen hochgezogen wurden mussten), doch auch dort griff die Polizei an – die Menschen sprangen in Panik von der anderen Seite der Mauer rund 3-4 Meter in die Tiefe, wo sie nur teilweise gefangen werden konnten. Eine Straßenschlacht war die Folge der brutalen Polizeiaktion. Barrikaden wurden gebaut und Wurfgegenstände kamen zum Einsatz.

Freitag war der Tag der Blockaden, wir zitieren hierzu von der Aktion „Block G20 – Colour the Redzone.“
(veröffentlicht am 7. Juli 2017):
„Wir waren da, wo wir nicht sein sollten. Nach uns der Regenbogen

Zwischenfazit am frühen Abend des 7. Juli 2017

Der Gipfel konnte nur mit Verzögerung beginnen. Mehrere Delegationen mussten vor Blockaden umdrehen und andere Wege nehmen. Eine Veranstaltung von Finanzminister Schäuble wurde abgesagt und Melania Trump kam nicht aus ihrer Unterkunft. Ob das Konzert in der Elphi wie geplant stattfinden wird, ist zurzeit noch nicht sicher.

Block G20 hat das getan, was wir angekündigt haben: Tausende sind in die Blaue Zone eingedrungen. Wir waren da, wo wir nicht sein sollten: Auf den Zufahrtswegen und Protokollstrecken zum Gipfel und wir haben uns mit dem Mut der Vielen dem Spektakel der Macht entgegengestellt. Heute Morgen waren wir mehrere tausend, beim 15 Uhr Treffpunkt mehr als 10.000. Die Polizei hat uns geschlagen, mit Pfefferspray und Wasserwerfern attackiert, aber wir haben trotz der enthemmten Gewalt der Staatsmacht nicht aufgegeben. Bis hierhin war dieser Tag unser gemeinsamer Erfolg“.

In zwei Wellen sammelten sich Aktivist*innen und drangen in den für Demonstrationen gesperrten Bereich vor.
Es kam zu häufigen und heftigen Attacken der Polizei auf die Aktion, unter anderem wurde die zweite Welle der Aktion an den Landungsbrücken gestoppt und ohne Rücksicht auf Verluste auseinadergetrieben. Die eingesetzten Polizeieinheiten gingen unter anderem auch gegen Touristen vor, die an den Landungsbrücken äußerst häufig anzutreffen sind.

Auch im Containerhafen war Einiges geboten. So waren seit dem frühen Morgen viele Menschen unterwegs, um gemeinsam zu blockieren. Zeitweise versammelten sich dort mehrere tausend, es bildete sich Güterrückstau von zwei bis drei Tagen.

Im Hafenbecken waren Proteste auf dem Wasser sichtbar, viele Wasserfahrzeuge waren unterwegs, um auch dort Protest deutlich zu machen.

Zur „Critical Mass“ kamen 2000-3000 Menschen auf Fahrrädern zusammen und zogen gemeinsam durch die Viertel.

Am Abend kam es zu heftigen Krawallen im Schanzenviertel, wozu wir auf unserer Seite auch eine Stellungnahme von Hamburger Gewerbetreibenden veröffentlicht haben.

Samstag
Ab 11:00 Uhr versammelten sich die ersten Teilnehmer*innen für die Internationale Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“.
Im Verlauf der Demonstration, die von der Deichtorhalle bis zur U-Bahnstation St.Pauli führte, beteiligten sich rund 70.000 bis 80.000 Menschen.
Nach der Abschlusskundgebung fand ein Konzert direkt an der U-Bahnstation statt. Auch hier war die Polizei mit Wasserwerfern vor Ort, die teilweise ohne offensichtlichen Grund in den Park gefahren, wo viele der Demonstrant*innen friedlich tanzten oder sich einfach ein wenig entspannenten. Einzelne Personen wurden dabei festgenommen.

Am Samstag Abend war dann wieder ein riesiges Polizeiaufgebot unterwegs, mit Wasserwerfern und mehreren Hundertschaften wurde der Pferdermarkt geräumt, der allerdings bald danach wieder voll mit Leuten war, auch dort kamen wieder SEK- Einheiten zum Einsatz, die mit ihren automatischen Waffen mitten in der Menge standen.

Polizei
476 Polizist*innen wurden laut eigenen Angaben im Einsatz rund um den G20 verletzt,130 aus Hessen allein schon durch eigenes Tränengas und auch ansonsten ist im Einsatz eine Verletzung schnell passiert, wie z.B. ein verstauchter Knöchel, ein blauer Fleck, ein Sonnenstich oder brennende Augen, weil die Kolleg*innen mit dem Pfefferspray zu großzügig waren.
Laut eigenen Angaben gab es keine schwerverletzten Einsatzkräfte. Eine Zahl der verletzten Aktivist*innen ist uns nicht bekannt.

Bekannt ist, dass mehrere Personen mit offenen Brüchen in die GESA (Gefangenensammelstelle) eingeliefert und dort auch nicht medizinisch behandelt wurden.
Beim massiven Einsatz von Pfefferspray (kann bei manchen Menschen tödliche Folgen haben!) und den Einsatz von Wasserwerfern gegen Menschen die auf Brücken oder Dächern standen, grenzt es schon fast an ein Wunder, dass niemand zu Tode kam.
Außerdem wurden Demonstrant*innen von Polizeikräften gegen eine Mauer gedrückt, die unter der Belastung einbrach, woraufhin mehrere Personen auf einen Zaun, der einige Meter weiter unten lag, stürzten. Sie zogen sich schwere Verletzungen, teilweise im Bereich der Wirbelsäule, zu.

Einsatzleiter Dudde ist in Hamburg bereits bekannt dafür, seine Einsätze rücksichtlos und gegen geltendes Recht zu führen.
Das Schlafen in den Camps wurde trotz einer Gerichtsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts verboten.
Das Camp Entenwerder wurde brutal mit Knüppeln und Pfefferspray angegriffen, als einzelne Personen, die vorher stundenlang von der Polizei daran gehindert wurden, das Gelände zu betreten, schließlich anfingen, Schlafzelte zu errichten.
Zuletzt wurde nur in Altona ein Camp mit Schlafmöglichkeiten von der Polizei erlaubt, trotzdem kamen viele Menschen im Hamburger Schauspielhaus, im Millerntorstation und auf Kirchengeländen unter.

Ingesamt waren über 21.000 Beamte im Einsatz, unter anderem auch rund 1500 aus Bayern.

Anwält*innen wurden so gut wie nie in die GESA zu ihren Mandant*innen gelassen, uns ist nur ein Fall bekannt, wo dies möglich war. Hier wurde der Anwalt allerdings verprügelt, weil der gegen die Entkleidung seines Mandanten protestiert hatte.

Demosanitäter wurden von der Polizei mehrfach angegriffen und beleidigt, in einem Fall sogar während der Behandlung in einem Haus mit gezogener Waffer von der Polizei abgeführt.


Pressefreiheit

Insgesamt wurden 32 Journalist*innen die Akkreditierung für den G20 entzogen, angeblich, weil es sich hierbei um Straftäter handelte, darunter auch Freddy Denzinger aus Stuttgart, der allerdings noch nie wegen einer Straftat rechtskräftig verurteilt wurde.
Außerdem wurden zeitweise Journalist*innen nicht mehr in das Schanzenviertel durchgelassen. Und auch Journalist*innen wurden mehrmals von Polizeikräften angegriffen.