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Auf zu neuen Taten!

Auf zu neuen Taten!

Die ZFI hat ihre Räumlichkeiten in der VHS verloren, der Kampf gegen
rechte und faschistische Strukturen aber geht weiter.

Als wir vor ein paar Jahren die erste Protestkundgebung gegen die
„Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt“ organisiert und mit eher
wenigen Teilnehmenden dann am Morgen der damaligen Tagung im Juni 2017
mit entrolltem Transparent, Megaphon und antifaschistischen
Redebeiträgen unsere Aktion durchführt hatten, hätten wir nicht erwartet, eine
Mobilisierung loszutreten, die bis ins Lager der bürgerlichen
Parteienlandschaft in der Lage sein würde, jährlich zwei Protestaktionen gegen
die Revanchisten und Revisionisten der ZFI stattfinden zu lassen.

Wider dem Revisionismus und Revanchismus!

Die ZFI, eine Vereinigung von Geschichtsrevisionisten und Revanchisten.
Menschen – hauptsächlich Männer – die die „Niederlage“ der „ritterlichen
deutschen Soldaten“ (Inhalt eines Vortrages jener
„Geschichtswissenschaftler“, die die Soldaten der Wehrmacht und der
Waffen-SS einschließt), welche wir wohl eher als Befreiung Deutschlands,
Europas und der Welt vom deutschen Faschismus, dem größten Verbrechen
von Menschen an Menschen, der grausamsten, staatsterroristischen Form
bürgerlicher Herrschaft, verstehen würden, nie überwunden haben.

Ja, am liebsten würden sie wohl noch einen erneuten Anlauf unternehmen
wollen. Da das aber reine Spekulation einerseits und den Herrschaften
Geschichtsverdrehern auch momentan noch ein Ding der Unmöglichkeit
andererseits ist, begnügen sie sich damit, die deutsche Kriegsschuld zu
leugnen und die Verbrechen des deutschen Faschismus zu relativieren. So
übernimmt man auch mal die Präventivschlag-These bezüglich des Angriffs
auf Polen, die Hitlers eigener Feder entsprang oder man bezeichnet die
Nürnberger Prozesse als blamables Beispiel der Juristerei.

Dagegen stellten und stellen wir unsere Praxis als aktive
AntifaschistInnen.

Da nun die Räumlichkeiten in der Volkshochschule nicht mehr den
Revisionisten zur Verfügung stehen, können wir durchaus davon sprechen, ein Etappenziel erreicht zu haben.
Ohne Aktionen, Mobilisierung, Anfragen
etc. wäre dies wohl nicht passiert. Denn! Es ist ja nicht so, dass die ZFI
ohne politische Flankendeckung, sowohl historisch als auch aktuell, einer anderen
politischen Kraft des rechten Lagers – nämlich der CSU -
agiert hätte. Lob hier, Auszeichnungen dort, positive Bezugnahmen, deren
Aufzählung schon zig mal auf Aktionen und den Medien der linken und
demokratischen Kräfte dieser Stadt vorgenommen worden sind und denen wir leid
sind, weil wir wünschten, es gäbe sie schlichtweg nicht. Doch es gilt klarzumachen
und zu betonen: Die CSU soll sich jetzt nicht rühmen, die Vorreiterin der
Demokratie in Ingolstadt zu sein, die CSU kann jetzt ideologisch durch
die Gegend heucheln und ihre Hände in Unschuld waschen, aber das lassen
wir nicht zu. Jedes Mal, wenn die ZFI erneut versucht, in dieser Stadt zu
tagen, werden wir ihnen entgegentreten und auch jedes Mal aufs Neue die
Rolle der CSU entlarven, von Ministerpräsidenten bis zu Oberbürgermeistern.

„Mit Faschisten diskutiert man nicht!“ (Salman Salzmann).
Dieses Zitat eines jüdischen Antifaschisten, Kommunisten, Partisanen
und Veteranen der spanischen internationalen Brigaden gegen den Faschismus
ist keine dogmatische Linie. Es ist nur die logische Konsequenz der
materiellen Verhältnisse. Wir können nicht erwarten, einen Antagonismus
einfach zu lösen, indem man ihn wegdiskutiert. Wir sind gegen
bürgerliche Herrschaft, das Kapital, die Ausbeutung des Menschen durch
den Menschen. Der Faschismus – allen voran der Nazi-Faschismus – stellt die
terroristische Form bürgerlicher Herrschaft dar.
Bürgerliche Herrschaft ist für uns in keiner Form erstrebenswert, weder
als bürgerliche Demokratie, noch als Staatsterrorismus, wir sind für die
Freiheit, für die klassenlose Gesellschaft, die Assoziation freier Menschen.

Wir erteilen mit unserer Position auch den liberalen, fatalen Theorien
eine Absage, die eine falsche Gleichsetzung zwischen Nationalsozialismus
und Kommunismus verbreiten, wie sie zum Beispiel bei Christian Silvester
im Donaukurier in seinem Artikel über die ZFI nachzulesen sind. Wer
waren denn diejenigen, die erbittertesten Widerstand gegen die Faschisten
leisteten, und diesen allzu teuer bezahlt hatten? Für uns heißt Kampf dem
Kapitalismus im Umkehrschluss auch Kampf dem Faschismus.
Man kann und konnte ihn niemals wegdiskutieren. Dennoch gibt es einen historisch erwiesenen Weg, die
Basis des Faschismus zu ändern und die Losung ‚Nie wieder Faschismus, nie
wieder Krieg‘ wahr werden zu lassen: „…Revolution ist immer noch, alle
Verhältnisse umzuwerfen in denen der Mensch ein geknechtetes Wesen ist“ (Inge Viett).

Der Vorsitzende der ZFI nennt uns Extreme, Radikale, die sich mit roten
Fahnen erkenntlich zeigen und gegen sie die Stimmung machen , na klar.
Natürlich machen wir Stimmung gegen sie, und ja, wir werden
mit denen, die die deutsche Geschichte relativieren, nicht diskutieren.
Denn die Geschichte vom deutschen
Faschismus ist eine sehr reale Geschichte der Herrschaft des Kapitals.

Doch um uns emanzipieren zu können braucht es neben vielen Kämpfen den
antifaschistischen Kampf, den wir nur organisiert und entschlossen führen
können – deshalb auf zu neuen Taten, die Antifaschistische Aktion
aufbauen, die ZFI auflösen!

Achtung!

+++Achtung ZFI sagt Tagung ab+++unsere Demonstration findet nicht statt+++kommt zur Kundgebung von Ingolstadt ist bunt Samstag 10:00Uhr VHS Ingolstadt+++
vhs

Etappenziel erreicht – ZFI sagt Veranstaltung ab

Wie Gernot Facius, Vorsitzender der „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“ auf deren
Website verkündet hat, sagt der geschichtsrevisionistische Verein seine für den 9. November geplante
Veranstaltung in der VHS Ingolstadt ab.

In der Erklärung spricht Facius davon, dass die Stadt unter Druck einer
„Koalition diverser linksorientierter, zum Teil auch linksradikaler Gruppen“ reagiert und so dem
Verein die Räumlichkeiten verwehrt habe. Laut Donaukurier und Ingolstadt Today hat die Stadt die ZFI allerdings aufgrund der frisch geänderten
Hausordnung der VHS vor die Tür gesetzt. Sie berufen sich hierbei auf das „Bayrische Landesamt für Verfassungschutz“, das in einer
Mitteilung vom 31. Oktober 2019 zum selben Schluss kommt wie wir schon im Juni 2017, als wir erstmalig gegen eine Tagung der ZFI demonstriert hatten.

Immer wieder bietet die ZFI Referenten eine Bühne, die in der rechtsradikalen Szene Zuhause sind und veröffentlichte Reden enthalten nicht selten antisemitische und die NS-Zeit verherrlichende Inhalte.

Selbstverständlich soll das kein Dankeschön an den Verfassungsschutz sein…was wir von dieser Behörde halten, die oft genug für die Überwachung linker Organisationen verantwortlich ist und die unter anderem beim NSU über Jahre hinweg weit mehr als auf dem rechten Auge blind war und bis heute ist, dürfte klar sein.

Natürlich freuen wir uns, dass die Tagung nicht in den Räumen der VHS, einer städtischen Einrichtung, und auch nicht am
9. November statt finden kann, da der 9. November 1938 den Beginn einer systematischen
Verfolgung jüdischen Lebens während des Nationalsozialismus symbolisiert. Zwar nicht nur, aber besonders an diesem Tag, kann und darf kein Platz sein für Geschichtsrevisionismus.

Gernot Facius hat angekündigt, die Tagung zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, wir bleiben
natürlich aufmerksam und werden sofort darüber informieren, sobald die ZFI eine neue Lokalität für ihren
Müll gefunden hat und zu einem neuen Treffen einlädt.

Findet die von uns angekündigte Demonstration „ Den rechten Schulterschluss
brechen – Geschichtsrevisionisten der ZFI angreifen!“ statt?
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Nein. Wir haben uns dazu entschlossen, keine eigene Demonstration durchzuführen, sondern rufen
stattdessen dazu auf, an der Kundgebung von „Ingolstadt ist Bunt“ um 10:00 Uhr an der VHS
teilzunehmen. Bitte verbreitet die Info, dass die Demonstration nicht stattfindet!
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