Der Bürgerkrieg in Syrien ist derzeit Hauptthema Nummer 1 – und egal, ob über die blutigen Kämpfe vor Ort oder die sogenannte „Flüchtlingskrise“ diskutiert wird und egal, wie man sich selbst in diesem komplizierten Konflikt positioniert, eines bleibt traurige Wahrheit: Wie in jedem Krieg ist es vor allem die Zivilbevölkerung, die am meisten leidet – und besonders hart getroffen hat es die de facto autonome Kurdenregion Rojava in Nordsyrien. Schon seit Jahren wird in dieser Region versucht, eine Alternative zu dem mörderischen kapitalistischen System unserer Zeit zu schaffen und eine Gesellschaft aufzubauen, die nicht auf Unterschieden und Konkurrenz, sondern auf ein solidarisches Miteinander setzt. Und genau aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, dass ein autonom verwaltetes Gebiet in dieser Region den Großmachtansprüchen sämtlicher imperialistischer Staaten widerspricht, ist dieses Projekt vielen ein Dorn im Auge.

So wird Rojava in diesem Krieg, in dem so viele verschiedene Machtinteressen aufeinandertreffen, zur Zielscheibe gleich mehrerer Anfeindungen – seit der Schlacht um Kobanê im September 2014 versucht der „IS“ immer wieder, das Gebiet einzunehmen und die dort lebende Bevölkerung zu vertreiben oder zu töten. Und auch die Türkei, die seit Jahren die kurdische Minderheit im Land unterdrückt, stellt eine große Bedrohung für die Menschen dar – beispielsweise durch die Verstärkung ihrer militärischen Präsenz an der Grenze, die es Hilfsorganisationen nahezu unmöglich macht, überlebenswichtige Versorgungsgüter wie Nahrung, Medikamente oder Baumaterial nach Rojava zu bringen.

Um Fluchtursachen wirkungsvoll zu bekämpfen, ist es wichtig, die zerstörten Regionen in Nordsyrien schnellstmöglich wieder aufzubauen. Denn so gut wie alle Menschen, die vor den Kämpfen um Aleppo fliehen, oder aber auch die Jesiden, die den Überfällen des „IS“ entkommen konnten, stranden an den Grenzgebieten zur Türkei. Und die Unterstützung der türkischen Regierung für Geflohene in den kurdischen Gebieten ist leider sehr mangelhaft bzw. findet erst gar nicht statt.

Wir, die Gruppe LARA, finden die Idee einer selbstverwalteten, solidarischen Gesellschaft förderenswert und wollen daher die beiden Projekte „Eine Feuerwehr für Rojava“ und „Medico International“ unterstützen. Sie leisten in dieser krisengeschüttelten Region sehr gute Arbeit, indem sie das notwendige technische Gerät für Krankenhäuser, Feuerwehr und Rettungskräfte sowie die dringend benötigte Ausrüstung für Ärzte beschaffen und über die Grenze bringen.

Die Spendenboxen werden in verschiedenen Läden in der Ingolstädter Altstadt aufgestellt, voraussichtlich Ende des Jahres entleert und das Geld wird dann an die beiden Hilfsorganisationen gespendet.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

www.medico.de/kobane-spenden-fuer-den-wiederaufbau
www.betterplace.org/eine Feuerwehr für Rojava